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E-Auto-Leasing: Lohnt sich das private Leasen eines E-Autos?

E-Autos und auch Plug-In-Hybride sind gerade auf dem Vormarsch. Ein Beispiel: 23,32 Prozent aller Neuzulassungen von Januar bis August 2021 waren Fahrzeuge mit Stecker, allein 11,4 Prozent rein elektrisch! Damit hätte bis vor ein paar Jahren wohl niemand gerechnet. Dass fast alle elektifizierten Modelle aktuell so gut laufen, hat vor allem mit den großzügigen Förderungen des Bundes zu tun, die Anfang 2021 noch mal erhöht wurden. Die Umweltprämie von bis zu 9000 Euro für reine E-Fahrzeuge und bis zu 6750 für Plug-Ins (inkl. einem Drittel Herstelleranteil) machen die E-Mobile erschwinglich.

Doch heutzutage wird ein Großteil der Neuwagen nicht etwa gekauft, sondern geleast. Und Kunden fragen sich: Wie sieht es dann aus mit der Prämie? Schließlich wird man beim Autoleasing nicht Eigentümer, sondern nur mittelfristiger Besitzer; und das Auto wird nach einer gewissen Zeit wieder abgegeben. Die gute Nachricht zuerst: Ja, auch das Leasing wird gefördert, und die Fördersumme kann auf die Monatsrate umgelegt werden. Wie genau das funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel.

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So funktioniert der Antrag zur Umweltprämie beim E-Auto-Leasing

Der Leasing-Kunde muss zunächst in Vorleistung treten, bevor er den staatlichen Teil des Umweltbonus beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) beantragen kann. Denn dazu muss das Fahrzeug auf seinen Namen zugelassen sein. Um beim Leasingunternehmen ein Angebot mit Umweltbonus in Anspruch nehmen zu können, zahlt der Kunde zunächst eine Sonderzuzahlung, die der Höhe der staatlichen Förderung entspricht (z. B. 6000 Euro für ein Elektroauto). Der Herstelleranteil des Bonus wird beim Leasing sofort verrechnet – zusammen mit der Sonderzahlung reduziert er die monatliche Leasingrate entsprechend. Sobald das Auto auf ihn zugelassen ist, beantragt der Kunde den BAFA-Umweltbonus und erhält nach erfolgreicher Prüfung die Kosten für die Sonderzahlung in Form des Bonus zurück.

Fürs Auszahlen des Umweltbonus müssen diese Voraussetzungen erfüllt werden:

Welche Dokumente sind für den Antrag auf Umweltbonus nötig?

Der Antrag auf den Umweltbonus wird auf der Internetseite des BAFA gestellt. Folgende Unterlagen müssen über das Online-Portal eingereicht werden:
• Leasingvertrag
• Verbindliche Bestellung des Fahrzeugs (Basispreis, Sonderausstattung, eingeräumte Nachlässe müssen gesondert in den Antragsunterlagen ausgewiesen sein)
• Kalkulation der Leasingrate sowie Vergleichskalkulation der monatlichen Leasingrate ohne den Eigenanteil des Herstellers am Umweltbonus
• Zulassungsbescheinigung Teil II
• Nachweispaket bei Gebrauchtwagen

Besonderheiten bei der Laufzeit

Vorsicht: Für geleaste E-Autos gibt es seit 16. November 2020 nicht mehr automatisch die gesamte staatliche E-Auto-Prämie. Eine neue Richtlinie zum Umweltbonus sieht vor, dass es eine Staffelung der Zahlung gibt, die sich an der Vertragsdauer orientiert. Es erhalten nur noch Fahrzeuge die volle Förderung durch den Bund, die eine Leasing-Vertragslaufzeit von mehr als 23 Monaten haben. Bei einer Laufzeit bis 23 Monate wird gestaffelt. Die Mindesthaltedauer wurde bei einer Laufzeit von 12 bis 23 Monaten von bisher 6 auf 12 Monate bzw. 24 Monate bei einer Laufzeit von mehr als 23 Monaten erhöht. Bei Leasingvertragslaufzeiten von 6 bis 11 Monaten bleibt die Mindesthaltedauer bei 6 Monaten. Besonders ärgerlich ist diese neue Regelung für Kunden, die den Leasingvertrag bereits vor der neuen Regel abgeschlossen haben, weil sie von der vollen Prämienhöhe ausgegangen sind. Da die neue Regelung jedoch rückwirkend gilt, fällt die Prämie deutlich niedriger aus, wenn die Laufzeit kürzer ist. Auch dürften einige Modelle, die die strenger werdenden Mindestanforderungen an die rein elektrische Reichweite nicht erfüllen, im Oktober 2022 aus der Förderung fallen. (Alle Infos zum Thema Elektromobilität)

Die Umweltprämien beim Leasing (Quelle: BAFA)

Elektroauto bis 40.000 Euro, Leasing-Laufzeit 6-11 Monate

Pfeil

Bundesanteil (im Rahmen der Innovationsprämie verdoppelt): 1500 Euro; Herstelleranteil (netto): 750 Euro; Gesamt (netto): 2250 Euro.

Elektroauto bis 40.000 Euro, Leasing-Laufzeit 12-23 Monate

Pfeil

Bundesanteil (verdoppelt): 3000 Euro; Herstelleranteil (netto): 1500 Euro; Gesamt (netto): 4500 Euro.

Elektroauto bis 40.000 Euro, Leasing-Laufzeit über 23 Monate

Pfeil

Bundesanteil (verdoppelt): 6000 Euro; Herstelleranteil (netto): 3000 Euro; Gesamt (netto): 9000 Euro.

Elektroauto 40.000-65.000 Euro, Leasing-Laufzeit 6-11 Monate

Pfeil

Bundesanteil (verdoppelt): 1250 Euro; Herstelleranteil (netto): 625 Euro; Gesamt (netto): 1875 Euro.

Elektroauto 40.000-65.000 Euro, Leasing-Laufzeit 12-23 Monate

Pfeil

Bundesanteil (verdoppelt): 2500 Euro; Herstelleranteil (netto): 1250 Euro; Gesamt (netto): 3750 Euro.

Elektroauto 40.000-65.000 Euro, Leasing-Laufzeit über 23 Monate

Pfeil

Bundesanteil (verdoppelt): 5000 Euro; Herstelleranteil (netto): 2500 Euro; Gesamt (netto): 7500 Euro.

Plug-in-Hybrid bis 40.000 Euro, Leasing-Laufzeit 6-11 Monate

Pfeil

Bundesanteil (verdoppelt): 1125 Euro; Herstelleranteil (netto): 562,50 Euro; Gesamt (netto): 1687,50 Euro.

Plug-in-Hybrid bis 40.000 Euro, Leasing-Laufzeit 12-23 Monate

Pfeil

Bundesanteil (verdoppelt): 2250 Euro; Herstelleranteil (netto): 1125 Euro; Gesamt (netto): 3375 Euro.

Plug-in-Hybrid bis 40.000 Euro, Leasing-Laufzeit über 23 Monate

Pfeil

Bundesanteil (verdoppelt): 4500 Euro; Herstelleranteil (netto): 2250 Euro; Gesamt (netto): 6750 Euro.

Plug-in-Hybrid 40.000-65.000 Euro, Leasing-Laufzeit 6-11 Monate

Pfeil

Bundesanteil (verdoppelt): 937,50 Euro; Herstelleranteil (netto): 468,75 Euro; Gesamt (netto): 1406,25 Euro.

Plug-in-Hybrid 40.000-65.000 Euro, Leasing-Laufzeit 12-23 Monate

Pfeil

Bundesanteil (verdoppelt): 1875 Euro; Herstelleranteil (netto): 937,50 Euro; Gesamt (netto): 2812,50 Euro.

Plug-in-Hybrid 40.000-65.000 Euro, Leasing-Laufzeit über 23 Monate

Pfeil

Bundesanteil (verdoppelt): 3750 Euro; Herstelleranteil (netto): 1875 Euro; Gesamt (netto): 5625 Euro.

Was bedeutet bei Angeboten die Leasingrate in Klammern?

Aus Transparenzgründen geben einige Leasingunternehmen bei ihren Angeboten neben der Leasingrate, die sich bei geleisteter Sonderzahlung ergibt, noch eine “normalisierte Leasingrate” in Klammern an. Denn das Leasingunternehmen übernimmt keine Gewähr dafür, dass der BAFA-Bonus tatsächlich ausgezahlt wird. Bei der normalisierten Leasingrate wird die Sonderzuzahlung auf die monatliche Rate bei jeweiliger Laufzeit umgerechnet. 

Wann lohnt sich das Elektroauto-Leasing?

Zum einen wären da die Vorteile, die das Leasing für Privatpersonen allgemein bietet: Man fährt stets ein neues Auto, und man kann das Modell am Ende der Vertragslaufzeit wechseln. Zudem ist kaum mit Verschleißreparaturen zu rechnen, da es sich oft um Neuwagen oder junge Gebrauchte handelt. Auch wird das Eigenkapital geschont, und es sind meist keine oder nur geringe Vorauszahlungen fällig. Über Verkauf oder Wertverlust muss man sich ebenfalls keine Gedanken machen.
Elektroauto-Ladestation

An immer mehr öffentlichen Plätzen werden Ladesäulen für Elektroautos aufgestellt.

Nun zu den Besonderheiten eines E-Autos: Die Anschaffungskosten eines Elektroautos sind höher als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Dies erhöht die Leasingraten. Da man jedoch bei E-Autos staatliche Prämien erhält, die nicht nur beim Kauf, sondern auch beim Leasing greifen, lässt sich diese Prämie wie erwähnt auf die Leasingraten umlegen. Auch profitiert der Leasingnehmer von den günstigen Kosten im Betrieb und Unterhalt und in einigen Städten beispielsweise auch von reduzierten oder gänzlich erlassenen Parkplatzgebühren. Auch die Lebensdauer des teuren Batteriesystems spielt keine Rolle, da das E-Mobil samt Batterie geleast werden kann. Bis wann die Batterie die volle Leistung bringt und ob künftig bessere Akkuspeicher auf den Markt kommen, muss den Leasingnehmer demnach nicht interessieren, da er das Auto lediglich für seine Mietdauer nutzt. Ein weiterer Vorteil: Elektroautos sind zunächst von der Kfz-Steuer befreit. Für E-Autos mit Erstzulassung bis Ende 2025 gilt die Steuerbefreiung maximal zehn Jahre, höchstens aber bis zum 31. Dezember 2030.
Wie bei jedem geleasten Fahrzeug verpflichtet sich der Leasingnehmer zu einer regelmäßigen Wartung. Und bei Service und Reparaturen kann es mit einem Elektrofahrzeug günstiger werden, denn elektrisch angetriebene Fahrzeuge sind wesentlich einfacher aufgebaut als Autos mit Verbrennungsmotor, und die haben weniger Verschleißteile. Mit Problemen an Kupplung, Getriebe oder Auspuff ist nicht zu rechnen. Auch benötigen die lautlosen Stromer keine Zahnriemen-, Ölfilter- oder Zündkerzenwechsel.

Welche Nachteile hat das E-Auto-Leasing?

Die allgemeinen Nachteile beim Auto-Leasing sind, dass das Fahrzeug stets Eigentum der Leasinggesellschaft bleibt, der Versicherungsumfang meist nicht bestimmt werden kann, alle vorgegebenen Serviceintervalle eingehalten werden müssen und man einen Leasingvertrag nur schwer vorzeitig kündigen kann. Hinzu kommen meist vertragsgemäße vereinbarte Einschränkungen bei der Nutzung (beim Kilometer-Leasing) sowie eventuelle Nachzahlungen z. B. aufgrund übermäßiger Gebrauchsspuren bei der Rückgabe (beim Restwert-Leasing).

Renault Zoe

Kälte setzt E-Autos zu und sorgt für weniger Reichweite.

Speziell beim Elektroauto-Leasing kommt hinzu, dass die Reichweite von E-Autos mit den neuen Modellen zwar laufend höher wird, man mit einer Akkuladung jedoch oftmals nicht so weit kommt wie mit einer Tankfüllung beim Verbrenner. Zwar können die meisten Modelle mittlerweile deutlich mehr als 250 Kilometer mit einer Akkuladung zurücklegen, was für den Alltag oft genügt. Für den Einsatz auf längeren Strecken oder Urlaubsfahrten taugen jedoch nur die wenigsten E-Autos. Ein weiterer Punkt ist, dass die Reichweite von einer Reihe von Faktoren wie der Geschwindigkeit oder der Außentemperatur abhängt. Nicht zu vergessen, dass beim E-Auto-Leasing mitunter Mehrkosten für die Batteriemiete anfallen können. Auch die längere Aufladezeit sowie das teilweise grobmaschige Netz an öffentlichen Ladestationen muss beim Fahren mit dem E-Auto berücksichtigt werden.

Welche Elektroautos stehen beim Leasing zur Wahl?

Zu den beliebtesten E-Autos im Privatleasing zählen aktuell Skoda Enyaq, VW ID.4, Cupra Born und der Hyundai Kona Elektro. Andere Baureihen sind schon etwas länger auf dem Markt, aber immer noch begehrt – darunter Renault Zoe, Nissan Leaf, BMW i3 oder der Tesla Model 3. Mittlerweile gibt es in jeder Fahrzeugklasse Vertreter mit vollelektrischem Antrieb, vom kleinen Smart EQ fortwo über den Mini Cooper SE, den Kia e-Soul, den Van Nissan e-NV200 Evalia bis hin zu SUVs wie DS 3 Crossback E-Tense, Jaguar I-Pace, Mercedes EQC oder Tesla Model X. Auch Sportwagen wie der Porsche Taycan stehen zur Wahl.
Nissan Leaf e+ Tekna

Eines der weltweit meistverkauften E-Autos ist der Nissan Leaf.

Worauf sollte man beim E-Auto-Leasing achten?

Wer sich als Privatperson für ein geleastes Elektroauto entscheidet, der sollte einige Punkte mit seinem Händler durchgehen. Ein wichtiger Aspekt ist die Reparatur und Wartung des Elektroautos. Zwar verfügt ein E-Auto über weniger Verschleißteile und ist wartungsärmer, eine regelmäßige Inspektion ist dennoch wichtig. Und da für ein E-Auto nicht jede Werkstatt infrage kommt, gilt zu klären, welche Werkstatt mit E-Antrieb-Kompetenz sich um das geleaste Auto kümmern soll. Zudem sollte es explizit um die Batterie gehen. Altersbedingt verliert diese im Laufe der Zeit an Leistung. Wie wird das im Vertrag oder bei der separaten Akku-Miete festgehalten? Um teure Überraschungen am Ende der Vertragslaufzeit zu vermeiden, sollten diese Punkte unbedingt angesprochen werden. Gute E-Auto-Leasing-Angebote finden sich im Internet immer wieder. Wichtig ist, die Angebote zu vergleichen und besonders auf das Kleingedruckte zu achten. Wie hoch sind die Überführungskosten? Ist eine etwaige Batteriemiete inklusive?
Bevor man sich für ein geleastes Elektroauto entscheidet, ist zu klären, ob man beispielsweise am eigenen Stellplatz Zugang zu einer Steckdose hat, die sich für entsprechend hohe Ladeleistungen eignet, oder ob die Installation einer Wallbox nötig ist. Auch wenn kein Stellplatz vorhanden ist: Der zukünftige Leasingnehmer muss auf die aktuelle Situation der Ladestationen achten. Denn nur wenn das E-Auto in der Nähe des Wohnortes oder der Arbeit aufgeladen werden kann, ist es praktikabel. Weitere Themen: Kfz-Ladegeräte im Vergleich

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