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Onlinespeicher: 100 GByte gratis in der Multicloud



Dateien bei Onlinespeichern wie Dropbox abzulegen ist äußerst praktisch: einfach, schnell, zuverlässig, überall verfügbar sowie ohne Versionskonflikte. Doch der Gratisplatz der Anbieter ist begrenzt. Wer für Zusatzspeicher nicht zahlen möchte, fasst mehrere Dienste und Konten mit cleveren Tool zu einer Multicloud zusammen.

Jede Festplatte verfügt über eine begrenzte Kapazität. Wer mehr Daten speichern möchte, benötigt einen zusätzlichen oder größeren Datenträger. Ähnlich verhält es sich bei den Cloudspeichern, die in der Gratisvariante ziemlich schnell voll sind: Kostenlos stellen die Anbieter nur zwischen zwei und 15 GByte zur Verfügung.

Im Vergleich zu einer Magnetfestplatte ist das „fast nichts“. Mehr Speicherplatz und weitere Funktionen kosten Gebühren. Das ist die bequemste Variante und auch zu empfehlen, sofern man die Extras nutzen möchte und bereit ist, die Kosten zu tragen. Diese betragen für ein oder zwei TByte Speicherplatz etwa 100 Euro pro Jahr.

Wer dagegen mit 100 GByte nur etwas mehr Platz benötigt und sich die Ausgabe sparen möchte, kann mehrere freie Cloudspeicher nutzen und diese miteinander verbinden. Wie das funktioniert und wie Sie schnellen Zugriff auf alle Inhalte bekommen, erklärt dieser Workshop.

Dropbox startete vor gerade einmal zehn Jahren

Die Erweiterung des Speicherplatzes ist mit monatlich knapp zehn Euro oder umgerechnet fast 120 Euro pro Jahr bei Dropbox und den anderen Cloudanbietern nicht ganz billig.

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Die Erweiterung des Speicherplatzes ist mit monatlich knapp zehn Euro oder umgerechnet fast 120 Euro pro Jahr bei Dropbox und den anderen Cloudanbietern nicht ganz billig.

Der US-Dienst

Dropbox
steht geradezu als Synonym für Onlinespeicher, Datensynchronisation und -austausch, dabei startete der Service erst vor genau zehn Jahren. Davor musste man größere Dateien, die sich nicht per E-Mail verschicken ließen, von Hand auf USB-Sticks, mobilen Festplatten oder CDs/DVDs speichern und transportieren. Inzwischen erledigen Dropbox & Co. das längst automatisch. Probleme bei der Synchronisierung oder mit verschiedenen Dateiversionen gibt es dabei praktisch nicht, es „funktioniert einfach“.

Hinzu kamen im Laufe der Jahre immer neue Funktionen, darunter die Frei- und Weitergabe der Daten per Link und die Zusammenarbeit an gemeinsam genutzten Dateien. So weit, so schön. Klar ist jedoch auch, dass die Cloudanbieter Geld verdienen möchten, und zwar über ihre kostenpflichtigen Abonnements für Zusatzspeicher und -funktionen. Hinzu kommt manch weitere Einschränkung der Gratisvarianten. So limitierte Dropbox im Frühjahr 2019 das kostenlose Basiskonto auf drei Geräte. Wer mehr PCs, Smartphones und Tablets synchronisieren und sich nicht jedes Mal an- und wieder abmelden möchte, muss zahlen. Alternativ lösen Sie die Sperre ganz legal

mit einem technischen Kniff
.

Lesetipp:

Die besten kostenlosen Cloud-Speicher aus Deutschland

Multicloud mit schnellem Zugriff auf sämtliche Cloudspeicher

Das Webportal Multcloud erleichtert zwar den Zugriff und die Verwaltung verschiedener Cloudspeicher, bietet aber ansonsten nur sehr wenig Komfort und Funktionen.

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Das Webportal Multcloud erleichtert zwar den Zugriff und die Verwaltung verschiedener Cloudspeicher, bietet aber ansonsten nur sehr wenig Komfort und Funktionen.

Unter

Multicloud

versteht man im privaten Umfeld das Kombinieren mehrerer Clouddienste mit zentralem Zugriff. Das lästige Einloggen bei verschiedenen Anbietern entfällt dabei, außerdem lassen sich mehrere Gratis-Accounts gleichen Typs zu mehr Speicherplatz zusammenführen. Ein Beispiel: Jeweils ein Konto bei Amazon, GMX, Telekom und Web.de sowie zwei bei Dropbox und Microsoft summieren sich bereits auf 60 bis 100 GByte. Abhängig davon, wann die Konten erstellt wurden und ob zwischenzeitlich die eine oder andere Option zum Aufstocken genutzt wurde. Für die komfortable Gratisnutzung ist das schon ganz ordentlich!

Realisieren lässt sich die Multicloud online im Browser, über eine Desktopsoftware oder die Kombination aus beidem. Online bietet sich der Dienst

Multcloud
an, der in der Basisversion kostenlos und schnell eingerichtet ist. Nach dem Erstellen eines Kontos loggen Sie sich bei Multcloud ein, stellen im Browserfenster die Sprache auf Deutsch um und klicken links oben auf „Hinzufügen von Clouds“. Zur Auswahl stehen unter anderem Google Drive, Dropbox, Microsoft Onedrive und Web.de. Beim Hinzufügen eines Services müssen Sie Multcloud jeweils ausdrücklich den Zugriff gestatten, je nach Dienst und Einstellung ist dazu ein zweiter Faktor erforderlich.

Das Multicloudtool CarotDAV besitzt nicht nur eine schlichte Oberfläche, es ist auch funktionell eingeschränkt. Das Bearbeiten von Dateien in der Cloud ist umständlich.

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Das Multicloudtool CarotDAV besitzt nicht nur eine schlichte Oberfläche, es ist auch funktionell eingeschränkt. Das Bearbeiten von Dateien in der Cloud ist umständlich.

Zugriff auf die Cloudinhalte erhalten Sie über die Liste links im Fenster. Dabei ist einschränkend anzumerken, dass Multcloud zwar Verwaltung und Zugriff erleichtert, die einzelnen Dienste jedoch nicht zu einem zentralen Speicher zusammenführt. Defizite zeigen auch die Desktoptools

CarotDAV
,

Odrive
und

Cloudmounter
für den Windows-PC. CarotDAV bietet zwar Zugriff auf verschiedene Clouddienste, erlaubt aber keinerlei Bearbeitung der Dateien in der Cloud, Sie müssen sie also erst lokal speichern. Odrive wiederum bindet die Cloudspeicher nur teilweise in den Windows-Explorer ein. Cloudmounter praktisch, weil es die Clouddienste mit Laufwerksbuchstaben versieht, nach der 14-tägigen Probezeit kostet es jedoch 45 US-Dollar.

Anbieter

Amazon Drive
 

Dropbox
 

GMX Cloud (auch Web.de)
 

Google Drive
 

Microsoft Onedrive
 

Telekom Magenta Cloud
 

Kostenloser Speicherplatz

5 GByte 1)

2 GByte 2)

2 GByte 3)

15 GByte  

5 GByte 4)

 

3 GByte 5)

 

Geräte-Limit (Basiskonto)

3 Geräte

Preis für 100 GByte pro Jahr

ca. 20 Euro

ca. 120 Euro (2 TByte)

ca. 84 Euro

ca. 24 Euro

24 Euro

ca. 24 Euro

Preis für ein TByte pro Jahr

ca. 100 Euro

ca. 120 Euro (2 TByte)

ca. 120 Euro

ca. 100 Euro (2 TByte)

69 Euro

ca. 120 Euro

1) Unbegrenzter Fotospeicher für Prime-Kunden 2) Bis ca. 20 GByte erweiterbar (www.NewsABC.net/1155485) 3) Bis 10 GByte über Apps erweiterbar 4) 15 GByte für Bestandskunden 5) 15 GByte für Telekom-Kunden

Cloudevo vereinigt viele Dienste und -konten zu einem Laufwerk

Cloudevo führt sowohl verschiedene Clouddienste als auch mehrere Konten eines Anbieters so zusammen, dass ein zentrales Laufwerk im Windows-Explorer Zugriff auf alle Speicherplätze ermöglicht.

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Cloudevo führt sowohl verschiedene Clouddienste als auch mehrere Konten eines Anbieters so zusammen, dass ein zentrales Laufwerk im Windows-Explorer Zugriff auf alle Speicherplätze ermöglicht.

Ausgesprochen komfortabel und funktionell dagegen ist

Cloudevo
. Die Kombination aus Desktop-App und Onlinedienst fasst die Daten verschiedener Onlinespeicher unter Windows zu einem (virtuellen) Laufwerk zusammen. Das verwenden Sie wie eine normale Festplatte oder Partition. Sie brauchen sich dabei keinerlei Gedanken, wo welche Inhalte online tatsächlich abgespeichert werden. Somit können Sie sogar solch große Dateien in der Cloud vorhalten, deren Größe das Limit jedes einzelnen Gratisspeichers übersteigt: Ein 15 GByte großes Systembackup verteilt Cloudevo automatisch auf drei Clouddienste mit je fünf GByte Speicherplatz. Außerdem speichert das Tool die Daten nicht nur, sondern verschlüsselt sie vor dem Upload zudem per AES-256.

Installation, Kontoerstellung, Einrichtung und Handhabung von Cloudevo sind einfach und schnell erledigt. Nach Setup und Start des Programms registrieren Sie sich zunächst, indem Sie einen Benutzernamen mit Passwort vergeben und mit „Kostenloses Cloudevo-Konto erstellen“ fortfahren. Verfügen Sie bereits über einen Account, klicken Sie auf „Anmelden“.

Danach verknüpfen Sie verschiedene Cloudspeicher mit Cloudevo. Dazu fahren Sie mit „Konto hinzufügen“ fort, wählen einen Anbieter aus, führen die Autorisierung durch und bestätigen mit „Speichern –› OK“. Auf die gleiche Weise fügen Sie weitere schon verwendete Cloudkonten hinzu. Alternativ wählen Sie zunächst einen neuen Account bei einem der aufgelisteten Cloudanbieter, den Sie danach zur Multicloud hinzufügen.

Damit ist Cloudevo startklar und erstellt unter Windows das neue Laufwerk mit dem Buchstaben „O:“. Diesen können Sie in den Einstellungen des Tools ebenso ändern wie vieles andere.

Tipp:

Möchten Sie Cloudevo auf mehreren Geräten nutzen, schalten Sie die Option „Netzwerkaustausch aktivieren“ unter „Einstellungen –› Internet“ ein.

Belegt man die in Cloudevo zusammengeführten Onlinespeicher nicht ausschließlich über das virtuelle Windows- Laufwerk (unten), differieren die Angaben vom gesamten und belegten Speicherplatz.

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Belegt man die in Cloudevo zusammengeführten Onlinespeicher nicht ausschließlich über das virtuelle Windows- Laufwerk (unten), differieren die Angaben vom gesamten und belegten Speicherplatz.

Hatten Sie den Speicherplatz Ihrer Cloudspeicher bereits (teilweise) belegt, wundern Sie sich bitte nicht, dass der Windows-Explorer diese Daten im neuen Laufwerk nicht anzeigt. Denn die virtuelle Cloudevo-Partition enthält nur die Inhalte, die Sie unter Windows hinzufügen und verwalten. Bereits auf Dropbox, Google Drive, Onedrive & Co. gespeicherte Dateien verschieben Sie gegebenenfalls manuell ins O-Laufwerk. Eingeloggt bei einem der originären Cloudanbieter, sehen Sie dort anschließend nur noch Cloudevo-Fragmente ohne Zugriffsmöglichkeit – die Daten sind schließlich verschlüsselt.

Das mag etwas kompliziert klingen, ist es aber nicht. Nach kurzer Zeit sind Sie mit Cloudevo auch deshalb vertraut, weil der Dienst problemlos funktioniert und jede Synchronisation per Statusfenster rechts unten im Desktop einblendet. Zu den weiteren Stärken des Tools zählt die Möglichkeit, Daten auch ohne Internetverbindung bearbeiten zu können. Sobald der PC danach wieder im Netz ist, werden diese automatisch synchronisiert.

Das deutschsprachige Handbuch
 erklärt alle Funktionen. Anzumerken ist, dass Dienste wie Cloudevo und Multcloud mit der Autorisierung Zugriff auf die eigenen Cloudinhalte erhalten, für Dropbox und Co. gilt das Gleiche jedoch ohnehin.

Tipp:

Kostenlose und geprüfte Verschlüsselung für die Cloud

Noch ein paar weiterführende Hinweise zu Cloudspeichern

Neben der bereits genannten Software bieten sich zum Verschlüsseln die Tools

Boxcryptor
und

Cryptsync
sowie die Cloud-Apps von

Amazon
,

Dropbox
,

Google
 und

Microsoft
 an. Auch viele andere Speicherdienste bieten Zugriffsprogramme für Windows, die aktuellen Versionen laden Sie bitte jeweils beim Herstellerseiten herunter. Ganz ohne Cloud, also direkt von PC zu PC, übertragen Sie große und für den Mailanhang ungeeignete Dateien mit

O&O Filedirect
.

Abschließend bleibt, auf zwei vertiefende Online-Ratgeber hinzuweisen: Wie Sie den nicht limitierten Onlinespeicher für Fotos von Amazon (für Prime-Mitglieder) und Google (ab Juni 2021 eingeschränkt) nutzen, lesen Sie

in unserem ausführlichen Ratgeber
.

Ein weiterer Ratgeber
 beschreibt alles Wissenswerte zum Verschicken und Freigeben großer Dateien über die Cloud.

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