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PC selber bauen: Diese 14 Fehler unbedingt vermeiden



Sie bauen zum ersten Mal einen PC selbst zusammen: Dann gibt es 14 wichtige Dinge, die Sie beachten sollten. Sonst drohen unangenehme Überraschungen.

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Wenn Ihr zum ersten Mal einen PC zusammenbaut, gibt es einige Dinge, die ihr beachten solltet. Damit ihr mit eurem fertigen Gaming-Monster keine unangenehme Überraschung erlebt, hat Michi für euch 12 wichtige Tipps zusammengestellt.

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Tipp 1: Budget sinnvoll aufteilen

Eine gute Planung ist die halbe Miete. Und die geht beim Budget los! Fragen Sie sich ehrlich, wieviel Sie für Ihren Gaming-PC ausgeben können oder wollen. Davon stecken Sie mindestens 50 Prozent im Verhältnis 2:1 in die Grafikkarte und CPU. Bei einem 1200-Euro-PC sind das also rund 600 Euro. Davon gehen ⅔ in die Grafikkarte und ⅓ in die CPU. Konkret währen das aktuell beispielsweise die Kombination aus einer RTX-2060-Grafikkarte wie etwa der


INNO3D GeForce RTX 2060 Compact X1

(ab 399 Euro) und dem


Intel Core i5-10600K

(ab 205 Euro). Aber Sie sehen schon selbst, die 50-Prozent-Regel ist natürlich ein grober Richtwert, hier darf es – wie an der Supermarkt-Theke – gerne immer etwas mehr sein.

Gaming-PC selber bauen:

Die beste Hardware für jeden Preisbereich

Tipp 2: Augen auf beim Mainboard-Kauf

Die zentrale Komponente eines PCs ist die Hauptplatine, hier laufen die Anschlüsse aller Komponenten zusammen. Prüfen Sie also unbedingt, ob das Mainboard die internen Anschlüsse fürs Gehäuse mitbringt, etwa USB-C fürs Front-Panel. Das Motherboard sollte außerdem gut aufrüstbar sein, damit Sie in ein paar Jahren nicht gleich einen neuen PC kaufen müssen, sondern nochmal CPU und GPU upgraden können. Achten Sie also auf den CPU-Sockel und die Anschlusstechnik der Grafikkarte:

Der AM4-Sockel von AMD hat schon einige Jahre auf dem Buckel und soll im 2. Halbjahr 2021 einem neuen CPU-Steckplatz für die Xen-4-Prozessoren weichen. Trotzdem bieten alle Hauptplatinen mit den AMD-Chipsätzen B450, X470, B550 und X570 ein breites Aufrüstspektrum bis hin zum Gaming-Spitzenmodell


AMD Ryzen 9 5900X

(3,7 bis 4,8 GHz / 12 Kerne mit 24 Threads). PCI-Express 4.0 für ein späteres Grafikkarten-Update bieten hingegen nur X570- und B550-Mainboards. Unser Preistipp:


Gigabyte B550M S2H

(ab 69 Euro).

Sollten Sie sich für eine Intel-Plattform entscheiden, bieten lediglich Mainboards mit Z490-Chipsatz die Aufrüstmöglichkeit auf die kommende 11. Core-Generation (Marktstart: 15.3.2021), die eigene Chipsätze der 500-Serie spendiert bekommt. Unklar ist hier die PCIe-4.0-Unterstützung: Einige Hersteller werben zwar damit, allerdings ist es nicht sicher, ob Intel PCIe 4.0 auch für den Z490-Chipsatz “freischaltet”. Und die Ende 2021 erscheinende 12. Core-Generation soll schon wieder einen neuen CPU-Sockel nutzen. Mainboards mit einem 500er-Chipsatz von Intel sind also nur lächerliche 6 bis 9 Monate “zukunftsfähig”.

Unser Rat: Wer unbedingt eine Intel-CPU kaufen will, wartet bis zum Jahresende auf die “Alder Lake”-Generation für den CPU-Sockel LGA1700 und Mainboards mit 600er-Chipsatz. Alder Lake wird wahrscheinlich zwei Jahre lang aufrustbar sein – und unterstützen dann auch gleich DDR5-Arbeitsspeicher und PCI Express 5.0 

Gut ausgestattet und zukunftssicher: ASUS ROG Strix B550-F Gaming

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Gut ausgestattet und zukunftssicher: ASUS ROG Strix B550-F Gaming

© ASUS

Tipp 3: Übertakten einplanen

Wenn Sie die CPU übertakten wollen, sollte das Mainboard eine gute Spannungsversorgung mit mindestens sechs realen Phasen bieten. Natürlich müssen Sie die CPU dann auch besser kühlen. Der im Lieferumfang enthaltene “Boxed”-Kühler bietet meist wenig Overclocking-Potential, daher raten wir in diesem Fall zu einem stärkeren Kühler oder gleich zu einer All-in-One-Wasserkühlung. Unser Preistipp:


Arctic Freezer 13

(ab 30 Euro) sowie


be quiet! Pure Loop 280mm

(ab 90 Euro). 

Tipp 4: Für eine gute Gehäuse-Durchlüftung sorgen

Gute Voraussetzungen fürs Übertakten haben Sie aber nur, wenn auch der Airflow im Gehäuse passt. Eine gute Gehäuse-Durchlüftung sorgt nebenbei auch für ein stabil laufendes System. Beachten Sie die Thermodynamik, müssen die Lüfter Frischluft über die Front ansaugen und hinten/oben wieder herausblasen. Ideal ist ein Gehäuse, bei dem bereits mindestens zwei Lüfter vorne und jeweils hinten und oben vorinstalliert ist. Setzen Sie die Lüfter so, dass ein neutraler Luftdruck im Gehäuse herrscht, also der Luftdurchsatz vorne sowie hinten und oben gleich ist. Beachten Sie dabei, dass Staubfilter den Luftdurchsatz reduzieren. Wenn Ihr Gehäuse beispielsweise nur vorne Staubfilter hat, müssen Sie dort auch den Luftdurchsatz erhöhen, etwa durch einen weiteren Lüfter, eine schnellere Drehgeschwindigkeit oder einen größeren Lüfterdurchmesser. Unser Preistipp:


be quiet! Pure Wings 2 PWM

(ab 7 Euro)

Tipp 5: Nicht am Gehäuse sparen

Apropos Gehäuse – das ist natürlich Geschmackssache. Die einen mögen es mit Glasscheibe und RGB-Beleuchtung, die anderen bevorzugen vielleicht ein funktionales Design mit Lärmdämmung. Hauptsache, Sie holen sich keinen Billigheimer für 20 Euro. Gute Gehäuse sollten ausreichend Platz für die Hardware und fürs Kabelmanagement (2 cm oder mehr) haben. Staubfilter an allen Lüftungsgittern sind ebenfalls empfehlenswert. Staubfilter reduzieren zwar den Airflow, aber verstaubte Komponenten lassen sich auch schlechter kühlen – und Sie müssen nicht einmal im Monat mit dem Staubsauger ran. Besonders praktisch sind magnetisch befestigten Staubfilter – sie lassen sich sehr leicht reinigen. Unser Preistipp:


Fractal Design Core 2300

(ab 45 Euro) und für RGB-Fans


be quiet! Pure Base 500DX

(ab 95 Euro).

be quiet! Pure Base 500DX

Tipp 6: Netzteil mit mehr Leistung & Energieeffizienz kaufen

Apropos an der falschen Stelle sparen: Geben Sie auch beim Netzteil ein paar Euro zusätzlich für mehr Leistung und eine höhere Energieeffizienz aus: Den höchsten Wirkungsgrad – also wie viel vom Strom aus der Steckdose kommt bei den PC-Komponenten an – haben Sie bei halber Auslastung des Netzteils. Wenn die Hardware 300 Watt verbraucht, nehmen Sie idealerweise ein 600-Watt-Netzteil. Außerdem bieten leistungsstärkere Netzteile noch Spielraum für ein späteres Upgrade, etwa mit einem schnellen Prozessor oder einer besseren Grafikkarte. Zweiter wichtiger Punkt ist das “80 Plus”-Zertifikat eines Netzteils – das gibt die Energieeffizienz an:

Mindestwirkungsgrad der „80-PLUS“-Zertifizierungen.

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Mindestwirkungsgrad der „80-PLUS“-Zertifizierungen.

© 80 PLUS

Wie Sie sehen, haben wir in der höchsten Stufe “Titanium” bei halber Auslastung den höchsten Wirkungsgrad von 96 Prozent. Von 100 Watt aus der Steckdose kommen also 96 Watt bei der Hardware an. Ein guter Kompromiss aus Preis und Leistung ist die Gold-Stufe. Positiver Nebeneffekt einer möglichst hohen “80 Plus”-Zertifizierung: Sie sparen sofort bei der Stromrechnung – und die Umwelt sagt auch danke! Unser Preistipp:


Seasonic Core GC 500W

ab 60 Euro sowie


Seasonic Core GC 650 Gold

ab 80 Euro.

Tipp 7: Beim Einbau die richtige Reihenfolge beachten

Wann Sie beim Einbau die richtige Reihenfolge beachten, haben Sie immer genug Platz fürs Schrauben und kommen bequem an alle Anschlüsse heran, ohne dass Sie sich die Finger verrenken müssen. Bereiten Sie zuerst das Mainboard für den Einbau ins Gehäuse voran. Setzt die CPU richtig ein – Dreieck auf Dreieck! Installieren Sie die RAM-Riegel, für Dual-Channel müssen die richtigen Steckplätze bestücken, die Info finden Sie im Mainboard-Handbuch. Schrauben Sie dann die M.2-SSD – falls vorhanden – fest.

Im schnellen Dual-Channel-Modus läuft der Arbeitsspeicher nur, wenn Sie die richtigen RAM- Steckplätze bestücken!

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Im schnellen Dual-Channel-Modus läuft der Arbeitsspeicher nur, wenn Sie die richtigen RAM- Steckplätze bestücken!

Tipp 8: CPU-Kühler vorbereiten, aber noch nicht montieren

Lesen Sie sich die Montageanleitung des CPU-Kühlers aufmerksam durch. Je nach CPU-Sockel unterschieden sich die Befestigungsspangen und -schrauben. Häufig müssen Sie auch die Backplate der Hauptplatine austauschen. Führen Sie alle Schritte soweit durch, stoppen Sie allerdings vor der Kühlermontage: Gerade bei Midi-Towern oder noch kleineren Gehäusen ersparen Sie sich Ärger und Zusatzarbeit, wenn Sie den CPU-Kühler jetzt noch nicht festschrauben. So kommen Sie problemlos an die Anschlüsse rund um den CPU-Sockel heran – etwa die zusätzliche Stromversorgung für die CPU und diverse Header für die Lüfter und RGB-Beleuchtung.

Tipp 9: Lüfter richtig herum am Gehäuse befestigen

Gerade bei Midi-Towern oder noch kleineren Gehäusen, ersparen Sie sich Ärger und Extraarbeit, wenn Sie zuerst alle Lüfter im Gehäuse montieren, bevor Sie das Mainboard einbauen. Achten Sie dabei auf die korrekte Orientierung. Vorne ansaugen, hinten und oben herausblasen, sonst ist der ganze Airflow-Plan für die Katz. Manche Lüfter haben kleine Pfeile, die die Richtung des Luftstroms anzeigen, Sie können das aber auch ohne Pfeile ganz einfach sehen: Die Richtung des Luftstroms geht immer hin zum Befestigungsrahmen des Motors.

Tipp 10: Gehäuse für den Einbau des Mainboards vorbereiten

Prüfen Sie vor dem Einbau der Hauptplatine, ob die Abstandshalter im Gehäuse an den passenden Stellen sitzen. Je nach Mainboard-Format haben Sie sieben bis neun Löcher – unter jedem muss ein Abstandshalter sitzen, der das Gewinde für die Befestigungsschrauben zur Verfügung stellt. Hat das Mainboard keine feste Anschlussblende, nehmen Sie die im Lieferumfang enthaltene und drücken Sie sie von innen an der entsprechenden Stelle im Gehäuse fest hinein, bis sie einrastet.

Nicht vergessen: Zuerst die Anschlussblende - und dann das Mainboard einbauen!

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Nicht vergessen: Zuerst die Anschlussblende – und dann das Mainboard einbauen!

Heben Sie dann das Mainboard ins Gehäuse. Achten Sie dabei auf eine optimale Positionierung: De Löcher müssen möglichst mittig mit den Gewinden der Abstandshalter zur Deckung kommen und die Anschluss-Buchsen sauber in die Blende rutschen. Meist ist dazu ein leichter Druck in Richtung der Anschlussblende notwendig. Achten Sie beim Festschrauben des Mainboard darauf, dass Sie gleichmäßig Zug auf die Schrauben ausüben und nur soweit ins Gewinde drehen, dass sie fassen, aber noch nicht fest sitzen. Beginnend Sie paarweise mit den sich diagonal gegenüberliegenden Schrauben an den äußeren Ecken. Die Hauptplatine rutscht dann automatisch in die passgenaue Position und die Schrauben verkannten nicht. Abschließend ziehen Sie alle Befestigungsschrauben handfest an.

Tipp 11: Gehäuse-Kabel ans Mainboard anschließen

Verbinden Sie jetzt die Gehäuse- und Lüfter-Kabel mit dem Mainboard. Die Front-Panel-Anschlüsse sind immer etwas fummelig – praktisch wenn dem Board ein Sammelstecker beiliegt. Hier ist ganz wichtig: Schauen Sie im Handbuch des Mainboards nach, wie der “FRONT PANEL”- beziehungsweise “SYSTEM PANEL”-Connector/Header verschaltet ist, damit auch wirklich alle Stecker für Power und Reset sowie die Power- und HDD-LEDs richtig sitzen. Danach kümmern Sie sich um die Gehäuse-Lüfter, die an die “FAN”-Header kommen.

Hat das Gehäuse RGB-Beleuchtung, die Sie über die Mainboard-Software steuern wollen, sollten Sie nun alle RGB-Kabel an einem RGB-Controller (oft im Gehäuse-Lieferumfang enthalten) zusammenführen und mit dem RGB-Header des Mainboards verbinden.

Der PC starten beim ersten Anschalten nicht? Dann ist häufig eine falsche Verkabelung des System- respektive "Front Panel"-Headers die Ursache.

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Der PC starten beim ersten Anschalten nicht? Dann ist häufig eine falsche Verkabelung des System- respektive “Front Panel”-Headers die Ursache.

Jetzt ist das Netzteil dran. Bei einem modularen Modell stecken Sie erst alle notwendigen Kabelstränge an. Bauen Sie dann das Netzteil ein. Schließen Sie den Hauptstecker und – wird oft vergessen – die CPU-Stromversorgung ans Mainboard an. Führen Sie schon einmal die PCI-Express-Kabel für die Grafikkarte durch. Und nicht vergessen: Der RGB-Controller und weitere SSDs und HDDs mit SATA-Anschluss brauchen auch Strom. Und wenn Sie schon dabei seid, schließen Sie auch gleich die SATA-Datenkabel an den Mainboard-Buchsen an – wenn Sie keine M2-SSD verbaut haben findet Windows sonst kein Installationslaufwerk!

Tipp 12: Nicht zu viel Wärmeleitpaste auf die CPU auftragen

Ist alles mit dem Mainboard verkabelt, können Sie die Wärmeleitpaste auf den Headspreader auftragen. Unter Experten ist die Wärmeleitpaste ein heikles Thema, da gibt es genauso viele verschiedene Meinungen wie bei der Handspiel-Regel. Manche klecksen, manche verstreichen, manche setzen auf ein X – wichtig ist vor allem: Nehmen Sie nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig, ansonsten kann man da nicht wirklich viel falsch machen. Ein kleiner Klecks oder ein dünnes X mittig auf den CPU-Heatspreaders reicht, der Anpressdruck des Kühlers verteilt dann die Paste gleichmäßig.

Vermeidbarer Fehler: Vergessen Sie nicht, die Schutzfolie von der Kontaktfläche der Bodenplatte des CPU-Kühlers abzuziehen.

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Vermeidbarer Fehler: Vergessen Sie nicht, die Schutzfolie von der Kontaktfläche der Bodenplatte des CPU-Kühlers abzuziehen.

Tipp 13: CPU-Kühler mit gleichmäßigem Druck montieren

Jetzt können Sie den CPU-Kühler montieren. Befestigen Sie den Lüfter (falls nötig) am Kühlkörper. Vergessen Sie nicht, jetzt die Schutzfolie von der Kontaktfläche der Bodenplatte abzuziehen. Verbinden Sie das Kabel des Lüfters mit dem “CPU_FAN”-Header der Hauptplatine, bevor Sie den Kühler festschrauben. Meist haben Sie es mit zwei Befestigungsschrauben zu tun. Üben Sie wieder gleichmäßig Zug auf die Schrauben aus und drehen Sie sie nur soweit ins Gewinde, bis sie fassen. Drehen Sie dann abwechselnd beide Schrauben nach und nach fest – so üben Sie gleichmäßigen Druck auf den Headspreader der CPU aus und vermeiden es, dass der Kühler aus der zentrierten Position rutscht oder gar verkanntet.

Tipp 14: Grafikkarte immer in den obersten Steckplatz

Die Grafikkarte kommt zum Schluss. Setzen Sie sie in den obersten/ersten x16-Steckplatz – nur der ist bei allen Mainboards mit allen 16 Lanes angebunden – bietet also volles Tempo. Falls Sie sich nicht sicher sind, welcher Steckplatz das ist, schauen Sie im Handbuch nach. Die zusätzlichen PCI-E-Stromanschlüsse haben Sie ja vorher schon gelegt – aber anschließen nicht vergessen – sonst gibt’s kein Monitorbild!

 

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