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RAM aufrüsten: Den besten Arbeitsspeicher finden







Das neue Jahr hat angefangen, die RAM-Preise schießen durch den Boden. Nie war der Zeitpunkt besser, endlich aufzurüsten. Wir verraten, wie das geht.

Mehr Arbeitsspeicher einzusetzen ist die beste Empfehlung, wenn Sie Ihren Rechner mit minimalen Kosten aufrüsten wollen. Dafür sollten Sie aber unbedingt wissen, welchen und wie viel RAM Ihr System verträgt. Diese Tipps unterstützen Sie bei der Auswahl.

Hardware wird teurer. Die hohe Nachfrage aufgrund des Trends zum Homeoffice sowie der Produktions- und Lieferverzögerungen durch die Corona-Epidemie sowie der Run von Bitcoin-Minern auf High-End-Komponenten lassen die Preise für PC, SSD & Co. in die Höhe schnellen. Doch wenn der Rechner lahmt, Windows zickt und Videos ruckeln, wollen Sie nicht warten, bis alles günstiger wird, sondern gezielt aufrüsten. Mehr Arbeitsspeicher einzubauen ist oft der Upgrade-Pfad mit dem besten Preis-Leistungs- Verhältnis: Denn mehr RAM bringt sofort mehr Leistung, da selbst Standardanwendungen wie der Browser unmittelbar davon profitieren. Und wer aufrüstet, sollte sich nicht nur mehr, sondern auch schnelleren Speicher besorgen.

Wie viel ins System geht und was es bringt, hängt von Ihrem Rechner ab: Deshalb steht vor dem Einkauf von zusätzlichem Arbeitsspeicher der Bestands-Check. Anschließend müssen Sie das Upgrade-Potenzial einschätzen: Wie viel RAM verträgt der PC, lässt sich der neue Speicher einfach zusätzlich einstecken oder machen Vorgaben von Hersteller, Prozessor oder Chipsatz das RAM-Upgrade sogar unmöglich.

Mit dieser Vorarbeit grenzen Sie die Auswahl des möglichen Speichers sinnvoll ein und können Upgrade-Angebote vergleichen. Bei diesen Aufgaben unterstützen Sie die Tipps und Tools in diesem Artikel.

1. Bestands-Check I: Wie viel RAM ist eingebaut?

Der Ressourcenmonitor von Windows zeigt, wie viel RAM im Rechner eingebaut ist und wie viel davon das System tatsächlich nutzen kann.

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Der Ressourcenmonitor von Windows zeigt, wie viel RAM im Rechner eingebaut ist und wie viel davon das System tatsächlich nutzen kann.

Wenn Sie die genaue Konfiguration Ihres Rechners gerade nicht im Kopf haben, hilft Windows Ihnen weiter: Die eingebaute RAM-Kapazität finden Sie zum Beispiel in den Windows-Einstellungen unter „System –› Info“ in der Zeile „Installierter RAM“. Etwas detaillierter informiert Sie der Ressourcenmonitor, den Sie am schnellsten über die Eingabe des Programmnamens in der Windows-Suchzeile links unten erreichen: Im Menü „Arbeitsspeicher“ steht die RAM-Kapazität, in der letzten Zeile „Installiert“.

Diese Tool bietet auch eine gute Gelegenheit, um zu prüfen, ob beim Arbeitsspeicher alles richtig eingestellt ist: Sie sollten im Balken unten ganz links den Eintrag „Für Hardware reserviert“ sehen und darunter einen Wert, der die Differenz zwischen den Angaben bei „Gesamt“ und „Installiert“ ausmacht. Dabei handelt es sich um Arbeitsspeicher, den das Betriebssystem keinem Prozess zuweisen kann, weil er bereits fest vergeben ist – in den meisten Fällen als Grafikspeicher für die integrierte Grafiklösung des Prozessors. Achten Sie darauf, dass dieser RAM-Anteil sehr klein und auf keinen Fall mehrere Gigabyte groß ist. Ist das bei Ihrem System der Fall, sollten Sie im Uefi-Bios nach einer Einstellung suchen, mit der Sie die Größe des Grafik-RAMs regeln können. Gibt es dort keine entsprechende Option oder scheint dort alles in Ordnung zu sein, geben Sie msc in das Windows-Suchfeld ein: Damit starten Sie die Systemkonfiguration von Windows. Gehen Sie in diesem Tool zu „Start –› Erweiterte Optionen“. Hier sollte die Einstellung „“Maximaler Speicher“ nicht aktiviert sein.

2. Bestands-Check II: Welches RAM ist eingebaut?

Speicherformate DIMM (oben) für PC und SODIMM für Notebooks. Auch in viele platzsparende Mini-PCs passen nur SO-DIMM-Riegel.

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Speicherformate DIMM (oben) für PC und SODIMM für Notebooks. Auch in viele platzsparende Mini-PCs passen nur SO-DIMM-Riegel.

© Crucial

Sie wissen nun, wie viel RAM im System sitzt. Um gezielt aufzurüsten, müssen Sie aber auch in Erfahrung bringen, welche Art von Arbeitsspeicher der Rechner nutzt. Dazu rufen Sie den Windows-Task-Manager auf. Erweitern Sie die Ansicht mit einem Klick auf „Mehr Details“ und wechseln Sie dann ins Menü „Leistung –› Arbeitsspeicher“. Wenn Sie das Programmfenster auf Vollbild vergrößern, sehen Sie alle RAM-Infos, die der Task-Manager anbietet – zum Beispiel den Formfaktor der eingesetzten Speicherriegel. Bei einem PC steht hier normalerweise DIMM (Dual Inline Memory Module), bei einem Notebook SO-DIMM (Small Outline Dual Inline Memory Module). Aber auch kleine Desktop-PCs oder große, aber flache All-in-One-PCs nutzen SO-DIMM.

So wissen Sie bereits, welche Speicherform Sie fürs Upgrade besorgen müssen. Übrigens: Bei vielen Onlinehändlern finden Sie als Bezeichnung für die RAM-Art auch den Begriff U-DIMM: Das U steht für „Unbuffered“. Dabei handelt es sich um den Standardspeicher für PCs – Sie können also zugreifen. Die Speicherarten LR-DIMM und R-DIMM sind dagegen vor allem für Server und Workstations geeignet.

Als Nächstes checken Sie die Information „Geschwindigkeit“: Hier zeigt Ihnen der Task-Manager, mit welcher Taktrate das eingebaute RAM läuft. Dabei handelt es sich aber tatsächlich um die verdoppelte Taktrate, denn die Speicherchips arbeiten im DDR-Verfahren (Double Data Rate), mit dem sie pro Taktsignal zwei Daten übertragen können: Zeigt der Task-Manager 1600 MHZ, arbeitet das RAM eigentlich mit 800 MHz, was wiederum ein Vielfaches des Systemtakts oder Bus-Taktes ist, der bei den meisten Rechner 100 MHz beträgt.

Wichtig ist außerdem die Angabe bei „Steckplätze verwendet“: Hier erkennen Sie sofort, ob Sie die RAM-Kapazität einfach erhöhen können, indem Sie zusätzliche Speicherriegel in noch freie Steckplätze einsetzen. Manchmal sind aber bereits alle Steckplätze besetzt – der Task-Manager meldet dann zum Beispiel „Steckplätze verwendet: 2 von 2“: In diesem Fall müssen Sie für mehr Speicher Riegel mit größerer Kapazität kaufen und das eingesetzte RAM austauschen. Die Kapazität eines RAM-Riegels im PC berechnen Sie, indem Sie die gesamte Speichergröße – in Task-Manager rechts oben zu sehen – durch die Zahl der verwendeten Steckplätze teilen.

Wichtig für Notebooks:

Die Angabe im Task-Manager sagt nichts darüber aus, ob sich der Arbeitsspeicher wirklich mechanisch entnehmen und ein neuer einsetzen lässt. Denn in vielen Notebooks – besonders in leichten Ultrabooks – ist das RAM direkt auf die Platine aufgelötet. Hier sollten Sie schon beim Kauf abschätzen, wie viel Arbeitsspeicher Sie über die Lebensdauer des Laptops benötigen, denn nachträglich aufrüsten oder ersetzen lässt er sich nicht. In manchen Modellen ist allerdings nur ein RAM-Baustein gelötet, der andere ist ein steckbarer Riegel beziehungsweise ist als ein mechanischer Steckplatz noch frei.

Per Softwaretool bekommen Sie nicht heraus, welcher Fall bei Ihrem Notebook vorliegt: Recherchieren Sie deshalb im Handbuch, besser noch in einem ausführlicheren technischen Handbuch, das einige Notebook-Hersteller zum Download anbieten. Finden Sie dort keine Antworten, versuchen Sie, die Unterseite des Notebooks zu öffnen. Wenn Sie nicht sofort RAM-Steckplätze sehen, ist das ein Hinweis darauf, dass der Arbeitsspeicher gelötet und nicht wechselbar ist. Das gilt ebenso, wenn das Notebook als RAM LPDDR4-Speicher nutzt – diese Speicherchips sind immer gelötet. Auch die Angabe „Row of Chips“ beim Formfaktor im Task-Manager weist auf gelötetes RAM hin.

3. Bestands-Check III: Detaillierte RAM-Infos herausfinden

Wichtige Infos zum eingebauten RAM liefert auch der Task-Manager von Windows 10: Hier sehen Sie zum Beispiel Geschwindigkeit und Formfaktor.

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Wichtige Infos zum eingebauten RAM liefert auch der Task-Manager von Windows 10: Hier sehen Sie zum Beispiel Geschwindigkeit und Formfaktor.

Die genauesten Informationen zum vorhandenen Speicher liefern Hardware-Analyse-Tools wie

HWinfo 64
,

Speccy
oder

Aida64
. Wenn Sie zum Beispiel HWinfo64 einsetzen, sehen Sie im Übersichtsfenster, das direkt nach dem Start erscheint oder sich über die Option „Summary“ aufrufen lässt, rechts unter „Memory“ alle Angaben zum Speicher und darüber bei „Memory Modules“ zu den einzelnen Speichermodulen.

Wichtig ist hier vor allem die Angabe bei „Type“: Das ist das Format des Speicherriegels. Und genau dieses Format muss auch der Speicher haben, den Sie zum Aufrüsten einsetzen wollen – zum Beispiel DDR4 SDRAM oder DDR3 SDRAM bei älteren Systemen. Denn in die Speichersteckplätze im Rechner lassen sich nur Riegel mit dieser Bezeichnung einsetzen: Die Formate unterscheiden sich zum Beispiel im Aussehen, weil die Speicherriegel an unterschiedlichen Positionen in der Pin-Leiste eine Einkerbung haben, wodurch sie nur in den jeweils geeigneten Steckplatz passen. Außerdem unterscheiden sich die Anzahl und Belegung der Pins sowie unter anderem die Betriebsspannung. Das gilt gleichermaßen für DIMMs (PC-RAM) und SO-DIMMs (Notebook- RAM) mit DDR3 oder DDR4.

Zusammen mit der RAM-Geschwindigkeit vom Task-Manager wissen Sie jetzt genau, welcher Speicher eingebaut ist – zum Beispiel DDR3-1600. Bei HWinfo 64 finden Sie diese Angabe bei den Infos zu den einzelnen Speicherriegel. Daneben steht noch eine weitere Tempoinformation, in diesem Fall PC3-12800: Sie bezieht sich auf die Speicherchips auf dem Riegel und entspricht der Angabe für das DIMM.

Ebenfalls für den Speichereinkauf sollten Sie sich die Angaben zur Spannung notieren: Bei HWinfo 64 finden Sie sie in der Spalte „V“, sie beträgt normalerweise 1,5 Volt für DDR3 und 1,2 Volt für DDR4. Interessant sind auch die Speicher-Timings mit den Abkürzungen „CL“, „RCD“, „RP“, „RAS“ und „RC“: Sie bezeichnen die Latenz, die der Speicher für Aktionen benötigt – je niedriger der Wert, desto schneller ist das RAM.

Flotter RAM:

So wichtig ist der Arbeitsspeicher-Takt für den Gaming-PC

4. So viel RAM können Sie maximal einbauen

Bei einigen Notebooks ist das RAM auf die Platine gelötet (orangefarbene Markierung). In diesem Fall können Sie den Arbeitsspeicher nicht gegen größere Kapazitäten austauschen.

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Bei einigen Notebooks ist das RAM auf die Platine gelötet (orangefarbene Markierung). In diesem Fall können Sie den Arbeitsspeicher nicht gegen größere Kapazitäten austauschen.

© ifixit.com

Wenn Sie wissen, welchen Speicher Sie haben, gilt es nun zu klären, wie viel RAM sich einsetzen lässt. Das hängt von der Anzahl und Position der Steckplätze auf der Hautplatine ab und vom Speicher-Controller im Prozessor beziehungsweise im Chipsatz und eventuell vom Betriebssystem: Die 32-Bit-Varianten von Windows Home und Pro vertragen nicht mehr als 4 GB RAM.

Günstig kommen Sie zu viel Speicherkapazität, wenn Ihr Rechner mehrere RAM-Steckplätze hat – in einem PC sind es üblicherweise bis zu vier, in einem Notebook meist zwei. Je mehr Riegel Sie einstecken können, desto kleiner und günstiger kann das einzelne DIMM sein. Achten Sie vor dem Kauf darauf, ob sich alle Steckplätze auch problemlos bestücken lassen: Eventuell passen RAM-Module mit Kühlkörpern nicht in benachbarte DIMM-Slots oder eine andere Komponente wie Grafik- oder PCI-Express-Karte oder ein großer Lüfter ragen in den Steckplatz hinein.

Als Nächstes müssen Sie klären, ob der Rechner die gesamte Kapazität der Speicherriegel erkennt – im schlimmsten Fall haben Sie ansonsten ein mit neuen Modulen voll besetztes Mainboard, aber nicht mehr nutzbaren Arbeitsspeicher als zuvor. Am besten führen Sie zunächst ein Uefi- Bios-Update durch: Denn eine neue Firmware kann die Unterstützung für RAM-Riegel erweitern und so mehr Arbeitsspeicher ermöglichen als zum Verkaufsstart des Rechner möglich war: Denn eventuell sind in der Zwischenzeit RAM-Riegel mit größerer Kapazität oder schnelleren Timings auf den Markt gekommen.

Einen weiteren Hinweis auf die maximale RAM-Kapazität können Sie sich über die technischen Angaben zum verbauten Prozessor oder Chipsatz holen. Bei einer Intel- CPU ist ark.intel.com eine sinnvolle Anlaufstelle. Allerdings ist auch diese Information für Ihr konkretes System nicht unbedingt zutreffend: Denn bei der Angabe, dass die CPU in Ihrem PC zum Beispiel bis zu 32 GB RAM unterstützt, fehlt die Information, auf wie viele Steckplätze dieser Speicher verteilt sein muss, also wie groß ein einzelnes Modul sein darf. Wenn der Prozessor lediglich mit 8-GB-DIMMs zurechtkommt, erreichen Sie den Vollausbau nur bei vier Steckplätzen. Hat Ihr PC aber zwei Slots, ist bei 16 GB Gesamtkapazität Schluss.

Ein System-Tool wie HWinfo 64 liefert detaillierte Angaben zu den einzelnen DIMMs: Sie sehen hier unter anderem Hersteller und Latenzzeiten des Speicherriegels.

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Ein System-Tool wie HWinfo 64 liefert detaillierte Angaben zu den einzelnen DIMMs: Sie sehen hier unter anderem Hersteller und Latenzzeiten des Speicherriegels.

Für eine verlässliche Info zum maximalen Ausbau Ihres Rechners wenden Sie sich deshalb an den Hersteller oder suchen auf dessen Support-Seite nach Informationen. Es gibt zwar Datenbanken von RAM-Anbietern wie

www.crucial.de/products
: Dort geben Sie die Modellbezeichnung Ihres Rechners ein und erhalten Infos zu passenden DIMMs. In unseren Tests gab es allerdings teilweise widersprüchliche Ergebnisse.

Von Bios, CPU und Chipsatz hängt auch ab, ob Sie schnelleren Speicher einsetzen können. Diese Information bekommen Sie ebenfalls über das PC- oder Platinen-Handbuch, den Hersteller-Support und CPU-Datenbanken heraus. Zum Beispiel kommen viele Rechner mit DDR3-Speicher sowohl mit DDR3-1333 wie mit DDR3-1600 zurecht.

Aber selbst, wenn der PC keine höheren Speicher-Timings unterstützt, kann sich der Kauf eigentlich zu schneller Module lohnen, wenn sie aktuell günstiger sind als die langsamere Variante: Denn die DIMMS unterstützen auch langsamere Taktraten, sodass das System damit läuft, aber eben nicht mit maximalem Tempo. Haben Sie ein aktuelles Uefi-Bios eingespielt, können Sie sicher sein, dass der Rechner die besten Timings automatisch einstellt: Dazu liest er das SPD (Serial Presence Detect) des Moduls aus, in dem die Tempowerte hinterlegt sind.

Wie viel RAM Sie einbauen können, hängt unter anderem vom eingebauten Prozessor ab: Gerade günstige CPUs unterstützen oft nur eine geringe Maximalkapazität.

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Wie viel RAM Sie einbauen können, hängt unter anderem vom eingebauten Prozessor ab: Gerade günstige CPUs unterstützen oft nur eine geringe Maximalkapazität.

5. Welchen RAM-Riegel Sie kaufen sollten

Jetzt haben Sie die wichtigsten Informationen, um aufzurüsten. Doch vor der Auswahl sollten Sie weitere Fragen klären, um die besten Riegel zu bekommen. 

Mehr Kapazität oder mehr Tempo? 

Erweitern Sie zunächst unbedingt die Kapazität des Arbeitsspeichers. Erst wenn Sie genug RAM für Ihre Einsatzzwecke installiert haben, können Sie mit schnelleren Modulen mehr Tempo herausholen. 8 GB sind momentan eine praxisnahe Kapazität, die für die meisten Anwendungen ausreicht. Weniger sollten Sie nicht einsetzen, denn schon einige offene Browser-Fenster plus Hintergrundprogramme können dann den Arbeitsspeicher auslasten und das System verlangsamen – auch, wenn sich der Prozessor die Daten von der Auslagerungsdatei auf einer schnellen SSD holen muss: Denn der Zugriff auf den Flash-Speicher dauert 100- bis 1000-mal länger als der aufs RAM. Wer viel spielt, hochaufgelöste Fotos und Videos bearbeitet oder sehr viele Anwendungen gleichzeitig nutzt, sollte 16 GB als Ziel ins Auge fassen. Auch wenn Sie häufig virtuelle PCs nutzen, sollten Sie auf 16 GB aufrüsten. Über den Task-Manager finden Sie schnell heraus, wie viel RAM Ihr System derzeit nutzt: Sind die Anwendungen, die Sie üblicherweise verwenden, geöffnet, sehen Sie unter dem Reiter „Leistung“ in der Spalte „Arbeitsspeicher“, zu wie viel Prozent das RAM ausgelastet ist.

RAM-Tempo: Höhere Taktrate oder niedrigere Latenz?

Diese beiden Kriterien bestimmen die Geschwindigkeit eines Speicherriegels: Doch häufig sorgen sie für Verwirrung, denn je höher die Taktrate, desto höher und damit scheinbar schlechter liegt der Latenzwert. Zum Beispiel hat ein DDR3- 1600 eine CAS-Latenz (CL) von 11, bei DDR3- 1333 liegt sie bei 9. Sie müssen hier beachten, dass der CL-Wert die Zahl der Taktzyklen angibt, die vergehen, bis der Speicher einen Vorgang ausführt; aus der Speicher-Taktrate ersehen Sie dagegen, wie lange ein Taktzyklus dauert. Die beiden Begriffe verwenden also unterschiedliche Einheiten. Welche Zeit die Latenz in Nanosekunden beansprucht, lässt sich mit der Formel „Taktzykluszeit x Anzahl der Taktzyklen“ berechnen, wobei Sie die Taktzykluszeit über 1/Speichertakt * 2000 in Nanosekunden umwandeln. So ergibt sich beim DDR3-1600 mit CL 11 eine Latenzzeit von 13,75 ns, beim DDR3-1333 liegt sie bei 13,50 ns. Beim Vergleich von Modulen mit anderen Timings kann diese Rechnung anders ausgehen, weshalb Sie grundsätzlich auf beide Werte achten sollten: Idealerweise wählen Sie zunächst den Speicher mit der höchsten Taktrate für Ihr System und anschließend unter den in Frage kommenden Riegeln die mit der geringsten Latenz.

Lassen sich unterschiedliche Speichermodule zusammen nutzen? 

Der Dual-Channel-Modus funktioniert am besten mit zwei identischen DIMMs. Deswegen bieten viele Hersteller Speicherriegel im Zweier-Pack an.

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Der Dual-Channel-Modus funktioniert am besten mit zwei identischen DIMMs. Deswegen bieten viele Hersteller Speicherriegel im Zweier-Pack an.

© Crucial

Ja, sofern sie derselben Speicherart angehören, also DDR3 mit DDR3 und DDR4 mit DDR4. Die RAM-Kapazität fürs System ist dann die Summe der Größe der einzelnen Riegel. Das Tempo des Arbeitsspeichers bestimmt in diesem Fall aber das langsamste DIMM.

Besser wählen Sie daher Riegel mit gleicher Größe und gleichen Timings: So lässt sich die Dual-Channel-Funktion nutzen – der Speichercontroller spricht dann die beiden DIMMS gleichzeitig an, um das Verarbeitungstempo zu erhöhen. Aus diesem Grund bieten viele RAM-Hersteller ihre Riegel als Kit aus zwei oder vier identischen DIMMs an: Wenn Sie diese nach den Angaben im Handbuch in die passenden Steckplätze setzen, aktiviert der Speichercontroller automatisch den Dual-Channel-Modus. Das funktioniert auch mit Riegeln unterschiedlicher Hersteller, sodass Sie auch ein System mit einem freien Steckplatz nachträglich für Dual-Channel aufrüsten können.

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