Cars

Verbrenner-Ausstieg: So lange gibt es noch Diesel und Benziner

Ab 2030 keine Verbrenner mehr bei Rolls-Royce

Luxus-Hersteller Rolls-Royce hat mit dem Spectre gerade für Ende 2023 das erste Elektroauto der Marke angekündigt. Das Coupé wird sich offenbar optisch am Bruder Wraith anlehnen, aber auf den obligatorischen, großvolumigen V12 verzichten. Das tun ab 2030 alle Autos des legendären Herstellers. Die dazu notwendige Technik könnte Gerüchten zufolge von BMW stammen.

Zwischen 2033 und 2035 will Volkswagen die letzten Verbrenner produzieren 

“Wir können ein Verbrennerverbot bewältigen”, sagte VW-Chef Herbert Diess selbstbewusst der WELT anlässlich der Bekanntgabe der EU-Pläne Mitte Juli 2021. Die neue Konzernstrategie “New Auto” sieht den schrittweisen Übergang des Volkswagen-Konzerns zum softwaregetriebenen Mobilitätsunternehmen vor. Mit Blick auf die Branche ist dabei die Rede vom “größten Wandel seit dem Übergang vom Pferd zum Auto zu Beginn des 20. Jahrhunderts”. So werden Benzin- und Dieselmotoren im Reich der Wolfsburger langsam, aber sicher abgewürgt. 2030 soll jeder zweite Neuwagen weltweit einen Elektromotor haben, schon 2025 will der Konzern Weltmarktführer in Sachen E-Auto sein.
 

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“Bis spätestens 2050 machen wir unsere Flotte und das gesamte Unternehmen CO2-neutral. Auf dem Weg dorthin hat sich Volkswagen mit der Accelerate-Strategie und dem darin enthaltenen ‘Way to Zero’ klare Meilensteine gesetzt. Bis 2030 sollen 70 Prozent aller neuen Volkswagen in Europa rein elektrisch fahren. Damit wird Volkswagen für die europäischen Märkte voraussichtlich im Zeitraum 2033 bis 2035 die letzten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor produzieren”, so ein VW-Sprecher zu AUTO BILD. Im März 2021 hatte VWMarkenchef Ralf Brandstätter der “Automobilwoche” (kostenpflichtig) gesagt, VW wolle die derzeit genutzten Benziner- und Diesel-Aggregate weiterentwickeln und sie auch auf neue, strengere Abgasnormen wie Euro 7 vorbereiten. Eine neue Verbrenner-Motorenfamilie solle es nicht geben.

Audi formuliert einen klaren Zeitpunkt zum Ausstieg

Mit einem konkreten Ausstiegsdatum geht auch die VW-Premium-Tochter Audi voran, die ab 2026 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotoren mehr entwickeln will. Ebenso beschlossen: das Aus für Hybridfahrzeuge. Der letzte neue Verbrenner aus Ingolstadt soll 2026 auf den Markt kommen, mutmaßlich der Nachfolger des SUVs Audi Q5. Er soll bis 2033 laufen und der letzte neue Wagen des Traditionsherstellers mit Benzin- bzw. Dieselmotor sein. Schon im März 2021 hatte Audi das Ende des Verbrennungsmotors angekündigt. “Wir entwickeln keine Verbrenner mehr“, sagte Audi-Chef Markus Duesmann damals der “FAZ” (kostenpflichtig). An der bestehenden Motorenfamilie werde zwar mit Blick auf neue Emissionsrichtlinien weitergearbeitet, dennoch hätten die Verbrennungsmotoren keine Zukunft. Die kommende strenge Abgasnorm Euro 7 mache eine Entwicklung extrem schwierig, zudem sei die gesamte Branche im Wandel. (Zum Kostenvergleich und zum Pro und Kontra E-Auto vs. Benziner/Diesel)
Bis 2025 will Audi laut Duesmann 20 E-Autos im Portfolio haben. Die VW-Premiumtochter hat 2021 mit dem e-tron GT für Aufsehen gesorgt. Nach dem 150.000 Euro teuren Luxusmodell sollen günstigere Modelle folgen, verspricht Duesmann – zum Beispiel der Q4 e-tron, der erste Audi auf der MEB-Konzernplattform. Das Elektro-SUV soll nur einen Bruchteil des e-tron GT kosten und Kunden den Einstieg in die Elektromobilität bei Audi erleichtern.

BMW will “das grünste E-Auto” bauen

BMW iX !! SPERRFRIST 11. November 2020	14:00 Uhr !!

Der iX soll für BMW ein Meilenstein auf dem Weg zum “grünen Hersteller” werden.

Mit seiner Ankündigung liegt Audi im Trend. Auch BMW kündigt acht Jahre nach der Premiere des i3, dem ersten komplett neu entwickelten E-Auto Deutschlands, einen Strategie-Schwenk an. Der soll 2023 beginnen, nach jahrelanger Zurückhaltung im Bereich der Elektromobilität. 2023 will BMW in 90 Prozent der heutigen Marktsegmente mindestens ein vollelektrisches Modell auf der Straße haben. 2030 sollen mindestens 50 Prozent des weltweiten Absatzes aus vollelektrischen Fahrzeugen bestehen. “Kompromisslos elektrisch, digital und zirkulär” solle BMW werden, so Unternehmenschef Oliver Zipse. Von einer “kompromisslos für elektrische Antriebe optimierten Gesamtfahrzeugarchitektur”, einer “neu entwickelten Antriebs- und Batteriegeneration” sowie einem “radikal neuen Niveau von Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus” ist die Rede. Nach dem i3 und dem iX3 fährt BMW gerade das Elektro-SUV iX vor; bis 2030 soll die Hälfte aller verkauften Fahrzeuge vollelektrisch sein. Zipses Ziel: “Das grünste E-Auto kommt von BMW.”

Dennoch planen auch die Bayern, ihre aktuelle Generation Verbrennungsmotoren für Euro 7 einem größeren Update zu unterziehen. Das ließ Entwicklungsvorstand Frank Weber jüngst zu mehreren Gelegenheiten durchblicken. Hintergrund für diese Doppelstrategie dürfte sein, dass sich noch nicht absehen lässt, welches Antriebskonzept BMW-Kunden zwischen 2023 und 2035 mehrheitlich nachfragen.

Daimler: Elektrifizierung abhängig von Markt und Infrastruktur

“Vor zwei Jahren haben wir die ‘Ambition 2039’ vorgestellt, also unser Ziel bis 2039 eine komplett CO2neutrale Neuwagenflotte anzubieten. Bis 2030 werden wir bereit sein, alle Marktsegmente mit Elektrofahrzeugen abdecken zu können. Konventionelle Antriebskomponenten wird es so lange geben, bis auch die Märkte und die Ladeinfrastruktur den Punkt erreicht haben, an welchem man komplett auf Elektrofahrzeuge umsteigen kann”, heißt es bei Daimler aus Stuttgart.

Ford: Ab 2030 nur noch Elektro

“Ford wird im Rahmen seiner ElektromobilitätsOffensive alle Pkw-Modelle in Europa (und damit auch in Deutschland) ab Mitte 2026 mindestens in einer Plug-in-Hybrid– oder in einer batterie-elektrischen Variante anbieten. Ab 2030 wird unser Pkw-Angebot in Europa nur noch aus rein elektrischen Fahrzeugen bestehen”, so ein Unternehmenssprecher zu AUTO BILD.

Kia: Kundenwünsche und Infrastruktur mitentscheidend

Der koreanische Hersteller Kia macht die Entwicklung auch von der Ladeinfrastruktur und der KundenNachfrage abhängig: “Entscheidende Frage ist, wann die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen sind, um alle möglichen und notwendigen Mobilitätsaufgaben rein elektrisch lösen zu können. Kia hat heute sowohl hocheffiziente Verbrenner als auch Elektrofahrzeuge mit wegweisender 800VoltLadetechnologie im Produktportfolio, kann die Produktion also an den Kundenwünschen ausrichten.” Zum Anteil der E-Modelle in 2030 heißt es: “Da die Nachfrage sehr stark von äußeren Faktoren beeinflusst wird und daher großen Veränderungen unterliegt, möchten wir uns nicht auf eine bestimmte Prozentzahl festlegen, gehen aber davon aus, dass der Anteil elektrifizierter Modelle an den Zulassungen bei über 30 Prozent liegen wird.”

Mazda: Elektro und Verbrenner (mit synthetischen Kraftstoffen)

“Mazda verfolgt einen ‘MultiSolutionAnsatz‘, in dem neben batterieelektrischen Antrieben auch hocheffiziente Verbrennungsmotoren (mit Elektrifizierung) eine wichtige Rolle spielen. Außerdem sehen wir global ein großes CO2-Einsparpotenzial durch die verstärkte Nutzung klimaneutraler synthetischer Kraftstoffe“, so ein Mazda-Sprecher. Der japanische Hersteller plant Klimaneutralität bis 2050. Das Unternehmen geht davon aus, dass bis 2030 ein Viertel aller Autos über einen vollelektrischen Antrieb verfügen und alle anderen Modelle teilelektrifiziert sein werden.

Mini: Anfang der 2030er-Jahre vollelektrisch

“Die Marke wird im Jahr 2025 zum letzten Mal ein neues Modell mit VerbrennerVariante auf den Markt bringen – danach folgen nur noch vollelektrische Modelle. Anfang der 2030erJahre wird Mini dann über ein ausschließlich vollelektrisches Angebot verfügen”, so ein Konzernsprecher.

Mitsubishi: Große Verbrenner-Nachfrage, aber auch Plug-in-Hybride

“Insbesondere im Segment der Kleinwagen unter 10.000 Euro erfahren wir weiterhin eine sehr große Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Bei diesem Bedarf haben wir aktuell keine Pläne, den klassischen Benzinmotor aus unserem Line-up zu nehmen. Gleichzeitig sehen wir insbesondere in höheren Segmenten eine sehr hohe Nachfrage nach Plug-in-Hybriden und bieten mit dem ‘Wir kümmern uns‘-Versprechen neben dem eigentlichen Fahrzeug auch umfassende Dienstleistungen, wie z. B. Wallboxen, Stromtarife usw. Perspektivisch werden wir dieses Angebot kontinuierlich ausbauen”, so ein Sprecher.

Opel wird ab 2028 elektrisch, kehrt dem Verbrenner den Rücken

Opel Manta e

Der Manta kehrt als Elektroauto zurück, so könnte er aussehen.

Opel setzt ab 2028 auf dem Kernmarkt Europa komplett auf batterieelektrische Elektromobile. Der in Deutschland beheimatete Hersteller, Tochter des weltweit agierenden StellantisKonzerns, dem Zusammenschluss von PSA und FCA, will schon 2021 neun elektrifizierte Modelle anbieten. Geplant ist, alle Modelle ab 2024 auch mit E-Motor anzubieten. Außerdem bringt Opel ab Mitte des Jahrzehnts den Manta als E-Auto zurück. 

Porsche: Nur der 911 behält den Verbrenner

“Bis Ende des Jahrzehnts werden mehr als 80 Prozent unserer Sportwagen elektrisch angetrieben sein – als Hybrid oder vollelektrisch. Bis 2025 sollen es laut interner Planungen schon die Hälfte sein. Nur beim legendären 911er wird es weiter Verbrennermotoren mit synthetischem Treibstoff geben”, so Porsche-Chef Oliver Blume in einem Interview mit BILD.

Renault: Massive Elektrifizierung

Renault will den Anteil der elektrifizierten Fahrzeuge (E-Autos und Plug-in-Hybride) in Europa bis 2025 auf 65 Prozent und bis 2030 auf 90 Prozent der Verkäufe steigern. Darüber hinaus strebt die Renault Group CO2-Neutralität in Europa bis 2040 und weltweit bis 2050 an.

Skoda: Mehrheitlich E-Autos bis 2030

Skoda hat zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Datum für den Abschied von neuen Modellen mit Verbrennungsmotor in Deutschland genannt. “Wir planen einen Verkaufsanteil von 50 bis 70 Prozent von rein elektrischen Fahrzeugen bis zum Jahr 2030″, gab ein Sprecher der Marke bekannt.

Stellantis (Fiat, Chrysler, Opel, Citroën, Peugeot) will E-Weltmarktführer werden

Stellantis strebt perspektivisch die Position des Weltmarktführers bei den Elektrofahrzeugen an. Dafür sollen mehr als 30 Milliarden Euro in die Elektrifizierung und die dazugehörige Softwareentwicklung fließen. Analog zu Opel könnten Citroën und Peugeot ab 2028 nur noch E-Autos verkaufen. DS Automobiles macht 2024 den Anfang. 2026 folgt Lancia, und 2027 soll Alfa Romeo vollständig elektrifiziert werden. In Bezug auf Fiat setzt der Konzern aktuell eine Zeitspanne von 2025 bis 2030 an. Der Konzern setzt auf vier Elektro-Plattformen und fünf Fabriken für Batterien. Außerdem soll der Ausbau der Ladeinfrastruktur unterstützt werden.

Toyota: Ganzheitlicher Ansatz

“Unsere Strategie ‘Environmental Challenge‘ sieht vor, bis 2050 insgesamt die Emissionen, ob durch Produktion, Recycling oder Produkte, bei CO2 um 90 Prozent zu reduzieren. Das geht hin bis zur Energieversorgung, ein ganzheitlicher Ansatz eben. Darauf arbeitet der Konzern hin. Wasserstofftechnologie wird beim Nutzfahrzeug den Diesel ablösen. Wir sind nicht auf Verbrennungsmotoren fixiert, das ist nicht das erklärte Ziel. Es ist ja nicht nur allein der Verbrennungsmotor, ich muss auch an die Fabriken, die Entsorgung der Fahrzeuge, die Stromversorgung denken, um die CO2-Neutralität zu bekommen,” so ein Toyota-Konzernsprecher zu AUTO BILD.

Volvo ab 2030 rein elektrisch mit XC40 und C40

Volvo XC40

Ohne Smartphone und Internet geht beim Volvo-Kauf bald nicht mehr viel.

Bei Volvo Cars laufen ab 2030 nur noch reine Elektroautos vom Band. Selbst Hybridfahrzeuge wollen die Schweden, die zum chinesischen Geely-Konzern gehören, im neuen Jahrzehnt nicht mehr anbieten. Volvos Wandlung liegt begründet in einem ambitionierten Klimaplan, aber auch in einer deutlich gestiegenen Nachfrage nach E-Autos. Bis zur Euro-7-Einführung im Jahr 2025 soll der Anteil reiner Elektromodelle auf rund die Hälfte steigen, der Rest soll dann aus Hybridmodellen bestehen. Laut Präsident Hakan Samuelsson konzentriert sich Volvo Cars “voll und ganz darauf, eine führende Position im schnell wachsenden Premium-Elektroauto-Segment einzunehmen”. Dafür soll auf den XC40 Recharge (2022) und den gerade vorgestellten C40 Recharge (2021) eine ganze Modelloffensive an Stromern folgen. Zudem verlagert Volvo Cars den Direktvertrieb seiner Pkw ins Internet. Allerdings sollen Vertragshändler weiter Anlaufstelle für die Kunden bleiben und für Beratung, Probefahrten, Auslieferung oder Wartung zuständig sein.

Das sind die Verbrenner-Pläne der Kernmarke VW

Ralf Brandstätter vor VW-Logo

Laut VW-Pkw-CEO Brandstätter wird der Marktstart eines Klein-E-Autos von 2027 auf 2025 vorgezogen.

Über das Aus des VW Polo wurde im März 2021 spekuliert. Denn als VW-CEO Ralf Brandstätter auf einer Strategie-Pressekonferenz Anfang März die künftigen Kernmodelle von VW aufzählte (Golf, Tiguan, Passat, Tayron/China, T-Roc), fehlte der Name des seit 1975 gebauten Topsellers. Möglicherweise ist es zu kostspielig, den Polo zu elektrifizieren. Zu erwarten sind bis spätestens 2025 Elektro-Kleinwagen aus der ID-Familie wie der ID.1, der weniger als 20.000 Euro kosten könnte. Passend dazu hat auch Konzerntochter Seat für 2025 ein urbanes Elektrofahrzeug in diesem Preissegment mit einer jährlichen Stückzahl von 500.000 angekündigt.

VW plant eigene Einheitsbatterie für E-Autos

Überhaupt hat bei VW die Elektro-Zukunft längst begonnen. So mausern sich die Wolfsburger immer mehr zum deutschen Tesla, wollen bereits in 2021 450.000 elektrifizierte Fahrzeuge absetzen. Mit dem Elektro-SUV VW ID.4 wird schon die zweite Baureihe der Elektroauto-Familie ausgeliefert. Zudem plant der Konzern eine eigene Einheitsbatterie für E-Autos. Bis Ende des Jahrzehnts sollen sechs Gigafabriken für konzerneigene Batterien in Europa entstehen, um den immer größer werdenden Akku-Bedarf des Konzerns sicherzustellen.

GM und Jaguar kündigen Verbrenner-Abschied an

Und die Schar an Autobauern, die sich komplett von Verbrenner-Antrieben verabschieden wollen, wächst weiter. Auch US-Autoriese General Motors kündigte an, ab 2035 nur noch emissionsfreie Autos verkaufen zu wollen. Jaguar Land Rover stellte solche Pläne jüngst für seine Nobelmarke Jaguar ab dem Jahr 2025 in Aussicht.

Mit Material von dpa.

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