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Virtuelle Reisen: Mit dem Smartphone in den Urlaub



Auch in Zeiten von allgemeinen Reisebeschränkungen müssen Sie nicht auf Kultur und Sehenswürdigkeiten verzichten. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie Sie mit Ihrem Smartphone gemütlich vom Sofa aus Museen und Städte besichtigen.

Das Leben in Zeiten von Covid-19 hat sich radikal verändert. An eine Fernreise ist nicht mehr zu denken, bereits der Grenzübertritt ins Nachbarland kann mit einer längeren Quarantäne enden. Und auch auf den Besuch von Museen, Konzerten und anderen kulturellen Veranstaltungen müssen wir seit Monaten verzichten.

Glücklicherweise bietet die virtuelle Welt an dieser Stelle einige interessante Alternativen an. Mit der App

Google Arts & Culture
 können Sie mehr als 2000 Museen, über 10.000 Sehenswürdigkeiten und mehr als 100.000 Kunstwerke mit wenigen Klicks betrachten. Auch die Reise in die Ferne liegt nur einige Mausklicks entfernt: Egal ob interessante Webcams, virtuelle Stadtführungen oder interessante Reisewebsites – es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wir nehmen Sie mit auf eine Rundreise, bei der Sie nicht nur Kunst und Kultur genießen, sondern auch ferne Länder und Sehenswürdigkeiten kennenlernen.

Google Arts & Culture: Kultur für jedermann

Zum Einstieg von Google Arts & Culture steht eine Auswahl kleiner Anwendungen bereit, etwa ein 3D Rundgang durch den Spiegelsaal von Versailles (Bild) oder ein Puzzle rund um die ISS-Raumstation.

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Zum Einstieg von Google Arts & Culture steht eine Auswahl kleiner Anwendungen bereit, etwa ein 3D Rundgang durch den Spiegelsaal von Versailles (Bild) oder ein Puzzle rund um die ISS-Raumstation.

Das Google-Angebot besteht bereits seit knapp zehn Jahren, regelmäßig in die Schlagzeilen gekommen ist es allerdings erst in den letzten Monaten, als über die App immer wieder als virtuelle Alternative zur realen Welt berichtet wurde. Sie erhalten damit die Chance, einmal rund um die Erde zu reisen, Museen zu besuchen und Kunst zu besichtigen, die Sie ansonsten wahrscheinlich nie gesehen hätten. Im Google Play Store wurde sie bereits mehr als zehn Millionen Mal heruntergeladen.

Auf der Startseite der App finden Sie zum Einstieg in das Thema Kunst und Kultur ganz oben einige ausgewählte interaktive Erfahrungen. Anfang Januar waren dies beispielsweise ein Rundgang durch das 3D-Modell des Spiegelsaals von Versailles, unterhaltsame Puzzles oder die Möglichkeit, ein eigenes Lied mit Blob Opera zu komponieren.

Zu Beginn möchte die App Ihren Appetit auf Kunst und Kultur anregen. Dies gelingt mit witzigen kleinen Anwendungen wie Blob Opera, mit der Sie Ihr eigenes Musikstück komponieren und abspeichern können.

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Zu Beginn möchte die App Ihren Appetit auf Kunst und Kultur anregen. Dies gelingt mit witzigen kleinen Anwendungen wie Blob Opera, mit der Sie Ihr eigenes Musikstück komponieren und abspeichern können.

Scrollen Sie weiter nach unten, sehen Sie vier zentrale Anwendungsgebiete der App: Spiele rund um Kunst und Kultur, bekannte Plätze und die Geschichten, die sich dahinter verbergen, Museen und ihre Ausstellungen sowie Kunstwerke, geordnet nach ihren Künstlern. Sie haben somit verschiedene Einstiegspunkte, sich einer Stadt, einem Museum, einem Künstler oder einer Epoche anzunähern. Dazu kommt noch die Möglichkeit, über das Menü – die drei Striche in der linken oberen Ecke – direkt auf Kunstsammlungen, etwa des MoMA oder des Rijksmuseum, ausgesuchte Themen oder Experimente zuzugreifen.

Museumsrundgang: Geschichten, Sammlungen und Objekte

Google Arts & Culture beinhaltet zwar sehr viele Museen, die jedoch sehr unterschiedliche Leistungsangebote haben. Oft ist nur eine überschaubare Anzahl von Objekten zu finden, zusammengefasst in einer kleineren Anzahl von „Geschichten“. Ein Museum, das die technischen Möglichkeiten dagegen sehr gut ausschöpft, ist das Rijksmuseum in Amsterdam. Innerhalb der „Geschichten“ erfahren Sie mehr zu einem Gemälde, der Historie dahinter und den darauf enthaltenen Objekten. Sie scrollen dabei nach unten und die App zoomt in verschiedene Abschnitte des Bildes und versorgt Sie mit Hintergrundinformationen. Die meisten Texte sind dabei in englischer Sprache. Google hat jedoch seinen Übersetzer mit in die App integriert, der die Erläuterungen recht brauchbar ins Deutsche übersetzt.

In den Geschichten erfahren Sie Infos zu einem bestimmten Objekt. Die Texte gehen nicht nur auf die zeitlichen Hintergründe ein, sondern analysieren auch das Bild und die darauf enthaltenen Objekte.

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In den Geschichten erfahren Sie Infos zu einem bestimmten Objekt. Die Texte gehen nicht nur auf die zeitlichen Hintergründe ein, sondern analysieren auch das Bild und die darauf enthaltenen Objekte.

Neben den „Geschichten“ gibt es im Rijksmuseum noch die Rubrik „Sammlungen“, in denen die vorhandenen Objekte nach verschiedenen Kriterien gruppiert sind, etwa den Maltechniken oder auch den Künstlern, Epochen oder dem Entstehungsort. Wenn Sie am Ende ein bestimmtes Objekt auswählen, finden Sie grundlegende Informationen zu Werk und Künstler, aber auch Verlinkungen zu ähnlichen Objekten sowie eine Übersicht, mit welchen Schlagwörtern es klassifiziert wurde.

Auf der Übersichtsseite des Museums sind alle Objekte aufgelistet, die die App darstellt. In dem recht reichhaltigen Schatz an Bildern und Gegenständen des Rijksmuseum dürfen Sie dann auch nach Zeitabschnitten, aber auch nach Farbtönen filtern – ein interessanter, wenn auch nicht allzu gebräuchlicher Ansatz.

Zum Abschluss bietet Ihnen das Museum noch eine Reihe von Museumsansichten an. Dabei haben Sie die Möglichkeit, sich wie mit Google Streetview im Museum zu bewegen und die einzelnen Objekte genauer zu betrachten. Teilweise gibt es zu den Gegenständen und Bildern zusätzliche Informationen, auf die Sie direkt verzweigen können.

Neben dem Rijksmuseum gibt es natürlich noch zahlreiche weitere interessante Museen innerhalb der Google App. Aufgrund des umfangreichen und gut aufbereiteten Angebots möchten wir Ihnen hier noch das Deutsche Museum in München sowie das British Museum in London empfehlen, welches Ihnen zusätzlich eine weitere Form der Darstellung von Inhalten bietet.

Virtual Reality: Virtuelle Rundgänge

VR-Brillen, in die Sie Ihr Smartphone einlegen, kosten zwischen 30 und 40 Euro. Modelle wie die Hi-Shock Premium X4 (Bild) bieten integrierte Lautsprecher sowie einen Interaktionsbutton für die Fernsteuerung.

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VR-Brillen, in die Sie Ihr Smartphone einlegen, kosten zwischen 30 und 40 Euro. Modelle wie die Hi-Shock Premium X4 (Bild) bieten integrierte Lautsprecher sowie einen Interaktionsbutton für die Fernsteuerung.

© Hi-Shock

Ein wenig aus der Mode gekommen, aber immer noch recht verbreitet, sind virtuelle Rundgänge mittels Virtual Reality (VR). Google hatte im Jahr 2014 Cardboard – eine VR-Brille aus Pappe mit dazugehöriger App – auf der Entwicklermesse Google I/O vorgestellt. Danach gab es zahlreiche Firmen, die eine solche Papp-Brille für rund zehn Euro im Internet vertrieben haben. Parallel dazu veröffentlichte Google das Cardboard-SDK, welches die Basis für die VR-Anwendungen bildet. Das SDK sowie eine kostenlose Bauanleitung für eine VR-Brille aus Pappe können Sie sich auf der

Cardboard-Website von Google
 herunterladen.

Inzwischen gibt es aber auch deutlich komfortablere Lösungen, in die Sie Ihr Smartphone einlegen und danach in virtuelle Welten abtauchen können. Sie kosten je nach Ausstattung 30 bis 40 Euro. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die maximal erlaubte Größe des Smartphones, sonst passt Ihr Telefon unter Umständen nicht in die Brille. Die meisten Geräte unterstützen, auch wenn Sie eine Fernbedienung mit im Lieferumfang haben, trotz allem sowohl Android- als auch iOS-Smartphones.

Mit einer derartigen VR-Brille sind Sie in der Lage, die angebotenen Videos der verschiedenen Museen anzuschauen. Das British Museum bietet beispielsweise einen virtuellen Rundgang in Tikal und eine Besichtigung von Quiriguá in Guatemala an. Sie finden zahlreiche weitere Angebote, wenn Sie innerhalb der Cardboard-App nach „Virtual Reality“ suchen.

Virtuelle Reisen in ferne Länder

Auf der Website 360 Cities stehen Ihnen zahlreiche 360-Grad-Aufnahmen von bekannten, aber auch weniger bekannten Plätzen auf der ganzen Welt zur Verfügung. Viele davon lassen sich auch mit einer VR-Brille betrachten.

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Auf der Website 360 Cities stehen Ihnen zahlreiche 360-Grad-Aufnahmen von bekannten, aber auch weniger bekannten Plätzen auf der ganzen Welt zur Verfügung. Viele davon lassen sich auch mit einer VR-Brille betrachten.

Auch Fernreisen lassen sich in den eigenen vier Wänden machen. Ganz ohne zusätzliche App funktioniert beispielsweise die Website

360 Cities
. Dort gibt es zahlreiche kostenlose Ausflüge zu bekannten, aber auch teilweise recht ungewöhnlichen Zielen. Auf einer Reise nach Italien können Sie sich beispielsweise das Kolosseum in Rom, den Strand von Rimini an einem windigen Tag mit vielen Drachen oder die Kanäle von Venedig ansehen. Mit Hilfe der Suchfunktion und der Weltkarte kommen Sie recht schnell zu den gewünschten Zielen. Viele der Angebote stehen Ihnen auch als VR-Variante zur Verfügung, die Sie dann mit einer VR-Brille und Ihrem Smartphone betrachten.

Sehr spannend sind auch die 360-Grad-Filmaufnahmen, bei denen Sie beispielsweise einen Tauchgang an einem Korallenriff auf den Philippinen unternehmen oder das Neujahrsfestival inklusive Feuerwerk in Hongkong miterleben. Hierfür steht Ihnen der Suchfilter „360° Video Gallery“ unter „Erkunden“ zur Verfügung.

Schiffsreisen einmal anders erleben

Die Website Wegträumen bietet auch eine mobile Variante, auf der Sie die Reise bequem am Smartphone oder Tablet nachverfolgen können.

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Die Website Wegträumen bietet auch eine mobile Variante, auf der Sie die Reise bequem am Smartphone oder Tablet nachverfolgen können.

Wer schon immer mal eine Schiffsreise unternehmen wollte, kann zahlreiche Routen samt umfangreichem Bild- und Videomaterial auf der Website

Wegträumen
 betrachten. a es sich in der Regel um Berichte von Teilnehmern der Reise handelt, bekommen Sie sehr individuelles Bildmaterial, etwa springende Krokodile bei einer Fütterung in Australien oder das Bier am Strand auf Lombok.

Es stehen Ihnen an dieser Stelle zahlreiche Kreuzfahrten mit unterschiedlichen Routen und Zielen zur Verfügung. Mit Hilfe der Suchfunktion und der Weltkarte können Sie auch direkt in die Länder und Orte verzweigen, die Sie besonders interessieren, und sich die Bilder davon anschauen. Diese Website lässt sich sowohl über den PC als auch über das Smartphone betrachten. Und es gibt auch eine optimierte mobile Website. 

Moderner Voyeurismus – die besten Livecams

Die Koalas im Park von Lone Pine ruhen sich gerade gemütlich in der Mittagssonne aus. Über mehrere Webcams können Sie die Tiere in Australien beobachten.

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Die Koalas im Park von Lone Pine ruhen sich gerade gemütlich in der Mittagssonne aus. Über mehrere Webcams können Sie die Tiere in Australien beobachten.

Sicherlich kennt jeder die Livebilder von den Bergstationen an den Skihängen. Morgens einen kurzen Blick, ob genug Schnee liegt, und dann ab in die Berge. Es gibt jedoch deutlich mehr zu beobachten, dies beginnt bei den Koalas in Australien und endet beim Dorf des Weihnachtsmannes in Lappland. Wir haben für Sie einige interessante Reiseorte zusammengestellt und zeigen Ihnen darüber hinaus, wie Sie sich selbst auf die Suche nach weiteren machen können.

Der Beginn der virtuellen Reise ist das Lone Pine Koala Sanctuary – ein Park für Koalas in Brisbane, Australien. Hier werden verwaiste Koalas aufgezogen und verletzte Tiere gepflegt. Sie können die Tiere über verschiedene Webcams

auf der Seite des Parks beobachten
.

Beeindruckend sind auch

die Polarlichter in Lappland
, wo Sie an vielen Tagen zwischen 21 Uhr und Mitternacht die Polarlichter beobachten können. Ein Anblick, den sicherlich nur wenige von uns jemals vor Ort miterleben können. Wenn wir gerade in Lappland angekommen sind, lohnt sich auch noch ein Abstecher in

das Dorf von Santa Claus
. Dort ist es in der Nachweihnachtszeit recht ruhig, aber wer weiß, wann die Elfen mit der Vorbereitung für die nächste Weihnachtszeit beginnen.

Live dabei im Weltall: Die NASA bietet Ihnen verschiedene Livestreams zur Raumstation ISS. Ein Urlaubsort, an den Sie unter normalen Umständen nicht gelangen würden.

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Live dabei im Weltall: Die NASA bietet Ihnen verschiedene Livestreams zur Raumstation ISS. Ein Urlaubsort, an den Sie unter normalen Umständen nicht gelangen würden.

Wenn Sie sich für die Aktivitäten im Weltall interessieren, lohnt sich ein Blick auf die Live-Webcam der Raumstation ISS. Sie bekommen dort nicht nur einen Blick auf die Raumstation, sondern können auch Teile der Kommunikation mit dem Kontrollzentrum mitverfolgen. Ein guter Einstiegspunkt hierfür ist

die Website der NASA
. Weitere Livestreams stehen Ihnen

auf Youtube
 und

UStream
 zur Verfügung.

Die Bandbreite an Angeboten ist, wie Sie sehen, immens. Wenn Sie sich selbst auf die Suche nach interessanten Livecams machen wollen, ist Youtube ein guter Einstiegspunkt. Mit Hilfe der Filterkriterien können Sie die Treffermenge auf Videos und in den Eigenschaften auf „Live“ einschränken. An dieser Stelle gibt es noch weitere Kriterien, etwa die Qualität der Übertragung. So sehen Sie in Ihrer Trefferliste dann beispielsweise einen Blick auf eine Küste in Maine oder

das Skigebiet St. Corona
.

Mit der Webcam am Eingang des Dorfes von Santa Claus können Sie die Aktivitäten in Lappland beobachten. Aktuell ist alles recht ruhig, sicherlich auch den Temperaturen von –14 Grad geschuldet.

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Mit der Webcam am Eingang des Dorfes von Santa Claus können Sie die Aktivitäten in Lappland beobachten. Aktuell ist alles recht ruhig, sicherlich auch den Temperaturen von –14 Grad geschuldet.

Fazit: Regelkonform auch zu Coronazeiten

Die große weite Welt bleibt Ihnen auch zu Zeiten massiver Reisebeschränkungen nicht verschlossen. In der virtuellen Welt ist für jeden Geschmack etwas dabei – vom interessanten Museumsbesuch bis hin zum Ausflug ins Weltall. Sie können mit den Angeboten auch vom heimischen Wohnzimmer aus sehr viel erleben und holen sich hoffentlich nützliche Inspirationen für Ihre nächste Reise in der realen Welt.

Lesetipp:

Virtual Reality – Der Markt wächst weiter

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