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VW ID.Buzz / Microbus: Fragen & Antworten zum elektrischen VW Bus







Was ist der neue VW ID.Buzz genau? Was hat es mit dem VW Microbus aus sich? Eine FAQ zum ersten rein elektrischen VW Bus.

Vor wenigen Tagen hat VW-Chef Herbert Diess verraten, dass die Weltpremiere des ersten rein elektrisch angetriebenen VW Busses am 9. März 2022 sein wird:

Neuer VW ID.Buzz Microbus – VW-Chef nennt Termin.
Doch rund um diesen ID.Buzz kursieren unterschiedliche Gerüchte und vieles ist vage oder ganz unbekannt. Wir stellen die wichtigsten Fakten zusammen.

Name: VW ID.Buzz

Volkswagen Nutzfahrzeuge (kurz VWN; das ist das für Nutzfahrzeuge zuständige Tochterunternehmen des VW-Konzerns) wird den nur elektrisch angetriebenen Bus unter der Bezeichnung „

ID.Buzz
“ verkaufen; VW schreibt diesen Namen meist mit Leerzeichen, also: “ID. Buzz”. Unter dem Namen ID.Buzz hat VW das Konzeptfahrzeug 2017 schon in Detroit gezeigt. Das “ID” bringt zum Ausdruck, dass der neue Bus zur ID-Familie gehört, aus der bereits der

ID.3
und der

ID.4
sowie der

ID.5
stammen.

Was ist dann der VW Microbus?

In den englischsprachigen Berichten, insbesondere in der Berichterstattung aus den USA, steht meist der Begriff „Microbus“.

ID.Buzz
liest man auf US-Webseiten eher selten.

„Microbus“ ist aber keine Verkaufs- oder Modellbezeichnung von VW, sondern ein allgemeiner Begriff in den USA für VW Busse. Das „Microbus“ entspricht von der sprachlichen Gewohnheit her in den USA dem Wort „Bulli“ in Deutschland, wie Volkswagen uns erklärt.

Plattform: MEB – Modularer E-Antriebs-Baukasten

Mit seinen ID-Verwandten teilt sich der ID.Buzz Plattform und Antriebskonzept. Er baut also auf dem “Modularen E-Antriebs-Baukasten” auf. Die Batterie ist im Fahrzeugboden zwischen den Achsen untergebracht – das hinlänglich von Tesla bekannte Prinzip. E-Motor und Leistungselektronik kommen an die Vorder- und/oder Hinterachse (je nachdem, ob nur eine oder beide Achsen angetrieben werden).

Den ID.Buzz

soll
es standardmäßig mit Heckantrieb und 200 kW (268 PS) geben. Oder mit Allrad und zwei Elektro-Motoren mit zusammen 275 kW (368 PS) Leistung. Bei den Batterien gibt es die Wahl zwischen 83 kWh und 111 kWh.

Der ID.Buzz hat also nichts mit der bekannten

klassischen Entwicklungsschiene des VW-Busses zu tun, die vom T1 bis zum T6.1 reicht.
Der

neue Multivan T7 basiert aber ebenfalls bereits auf einer anderen Basis.

Warum wird beim ID.Buzz ständig vom Ur-Bus T1 gesprochen?

Die bisher gezeigten Studien des ID.Buzz erinnern etwas an die

erste Generation des VW-Busses,
also an den T1, siehe:

VW Bus T1 bis T6.1/T7 – die Geschichte des Kult-Transporters
sowie

I.D. Buzz: VW baut tatsächlich Elektro-Bulli mit T1-Optik.
So befinden sich Fahrer und Beifahrersitz ziemlich weit vorne und hinter einer relativ steilen Windschutzscheibe; das Fahrzeug hat kaum Überhänge. Zum Vergleich: bei den ersten drei Bus-Generationen saßen Fahrer und Beifahrer über der Vorderachse und direkt hinter der Frontscheibe und somit ungewöhnlich weit vorne. Die ersten Busse hatten vorne keinen Motor und deshalb entfielen die Motorhaube und der entsprechende Platzbedarf vorn.

Fast schon wie ein Klischee.

Beim neuen Elektro-Bus sind die vorderen Sitze zwar schon deutlich zurückgesetzt, die Ähnlichkeit zum Klassiker ist aber trotzdem noch erkennbar. Dass der Elektro-Bus nicht ganz so senkrecht wie das Original daherkommen wird, liegt an den Zwängen der Crash-Sicherheit: Der T1 hatte faktisch keine Knautschzone und bot bei einem Frontalzusammenstößen nahezu keinen Schutz für vorne sitzenden Insassen. Gerade bei der Crashsicherheit werden zwischen dem ID.Buzz und dem T1 mehr als Welten liegen.

Zudem besitzt der ID.Buzz vorne eine optisch geteilte V-Form, die in etwa wie ein auf der Spitze stehendes Dreieck aussieht und an die geteilte Frontpartie des T1 erinnert. In diesem „Dreieck“ befindet sich ein großes VW-Logo. Eine geteilte Windschutzscheibe wie beim T1 gibt es beim ID.Buzz natürlich nicht.

Auch von der Seite erinnern die bisher gezeigten Studien des ID.Buzz etwas an den T1, beispielsweise durch die Zweifarblackierung und die durchgehende seitliche Zierleiste knapp unter den Fenstern. Der ID.Buzz bewegt sich also auf der hinlänglich bekannten Retro-Schiene, ähnlich wie der mäßig erfolgreiche VW (New) Beetle oder die durchaus erfolgreichen BMW Minis und Fiat 500.

Andererseits fällt ein Unterschied von vorn sofort auf: Der T1 war ein schlankes Auto, für heutige Verhältnisse geradezu zierlich. Der ID.Buzz dagegen kommt wie für moderne Autos typisch sehr breitbeinig daher. Zierlich wirkt das nicht gerade.

Letztlich muss man aber abwarten, wie viel von den bisher gezeigten Studien sich dann tatsächlich im Verkaufsmodell wiederfindet. Erste Prototypen, die für die Erprobung des autonomen Fahrens als ID.Buzz AD (das „AD“ steht für „Autonomous Driving“) bereits unterwegs sind, sehen schon nicht mehr so schnuckelig aus… Lesen Sie hierzu:

VW zeigt ersten selbstfahrenden VW Bus ID.Buzz AD
und

ID. Buzz: Erster autonomer VW Bus fährt 2025 auf deutschen Straßen.

 

Technisch gibt es zwischen dem 1950er-Klassiker mit Benzin-betriebenem Käfer-Motor und dem elektrisch angetriebenen ID.Buzz übrigens eine Verwandtschaft: Der Antrieb ist beim Standardmodell hinten.

Langer und kurzer Radstand, wie viele Sitzreihen?

In den Berichten insbesondere der US-Kollegen ist zu lesen, dass VW den ID.Buzz in Deutschland mit zwei und in den USA mit drei Sitzreihen verkaufen wird. VW erklärte uns dazu, dass der Verkauf in Europa im Jahr 2022 mit einem normalen Radstand und zwei Sitzreihen starten wird. Zeitgleich wird VW den ID.Buzz Cargo einführen (Zwei- und Dreisitzer mit Trennwand, analog zur Transporter-Version des T6.1).

2023 wird VW dann eine ID.Buzz-Version mit langem Radstand vorstellen. Nur diese Langversion wird auch in den USA angeboten, nicht die mit normalem Radstand. Aber beide Versionen wird es auch mit drei Sitzreihen geben, nur halt noch nicht zum Marktstart.

Wann ist Verkaufsstart?

In Deutschland startet VW den Verkauf des ID.Buzz im Jahr 2022, wohl im Sommer. In den USA startet der Verkauf im Jahr 2023.

Gibt es eine Campervariante ID.California?

In US-Medien ist davon die Rede, dass 2025 eine Campervariante des ID.Buzz folgen soll. Die Camper verkauft Volkswagen Nutzfahrzeuge schon seit langer Zeit unter der Bezeichnung „California“. Doch hierzu wollte uns VWN kein konkretes Datum nennen, bestätigt uns aber zumindest grundsätzlich das Erscheinen eines California. Von VW heißt es: „Die Planung zum ID. California benennen wir erst vor dem Marktstart.“

Was kostet der ID.Buzz?

VWN nennt derzeit noch keine Preise. VWN sagte uns nur: „Preise nennen wir erst zum Bestellstart“.

In den Medien
wird von einem Basispreis von um die 40.000 Euro spekuliert. Mit der entsprechenden Ausstattung dürfte ein ID.Buzz aber deutlich teurer werden, der ID.California sogar erheblich teurer. VW Busses sind seit Langem vergleichsweise teuer in der Anschaffung, sondern man nicht zu einem einfachen Transporter oder zu einem EU-Reimport greift. Gerade mit EU-Reimporten, zum Beispiel von nagelneuen VW Caravelle oder Multivan aus Italien, lässt sich viel Geld gegenüber dem Kauf in Deutschland sparen. Die entsprechenden Anbieter finden Sie im Internet.

Informieren Sie sich aber in den einschlägigen Foren wie dem Tx-board über die Seriosität der jeweiligen Importeure.

ID.Buzz, T6,1, T7 Multivan – was sind denn nun die Unterschiede?

Volkswagen (Nutzfahrzeuge) baute über viele Jahrzehnte immer genau eine Plattform für seinen VW Bus. Dieses Fahrzeug ließ sich zwar flexibel ausbauen und ausstatten (Fensterbus, Pritsche, Doppelkabine, Kastenwagen, Hebebühne, Lieferwagen, diverse Sonderfahrzeuge, Allrad), doch es basierte immer auf dem gleichen Konzept und Rahmen und besaß immer die gleichen Motoren. Mit diesem 1-Plattform-Konzept ist es seit der Vorstellung des T7 Mulitvan aber vorbei: Seitdem gibt es bereits zwei Plattformen und Motorfamilien für den VW Bus. Mit dem Erscheinen des ID.Buzz werden es dann drei Plattformen und Antriebskonzepte sein.

Vereinfacht gesagt stellen sich die drei Plattformen so dar:

Klassischer Transporter

inklusive Caravalle und California/Camper:

T6.1 mit Verbrennungsmotoren.
Lesen Sie hierzu auch:

VW Bus im Test: Sprachsteuerung, Digital Cockpit, Navi & Carplay wireless
und

Unterhaltung, Navigation und Internet im VW Bus T6.

 

 

Multivan für die Familie:

T7 auf Basis des Modularen Querbaukasten (MQB) mit Benzin- und Hybridantrieben. Siehe:

Neuer VW Multivan T7 erstmals als Hybrid, flacher, immer online
und

VW Bus: Erster Multivan mit Hybridantrieb läuft vom Band.

Elektro-Bus: ID.Buzz.

Details zu dieser Aufspaltung lesen Sie hier: Die Zukunft des VW Bus:

VW Multivan, T6.1/Transporter, I.D. Buzz – aus 1 wird 3.

VW Bus T1 bis T6.1/T7: Die Geschichte des Kult-Transporters

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