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Wallbox: So lassen sich E-Autos günstig zu Hause aufladen

E-Autos zu Hause aufladen: Das müssen Sie zur Wallbox wissen

Mit einer Wallbox lässt sich das Elektroauto zu Hause günstig aufladen. Hier ein Überblick über die Arten von Wallboxen, Infos zum Anschluss und zur Installation sowie über Förderprogramme.

Gut 33.100 öffentliche Ladepunkte für Elektroautos oder Plug-in-Hybride gibt es in Deutschland. Trotzdem muss die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut werden: Laut einer Studie fürs Bundesverkehrsministerium sind bis zum Jahr 2030 jedoch mindestens 400.000 Ladesäulen nötig, um den künftigen Bedarf zu decken. Am bequemsten lädt man sein Elektroauto aber zu Hause auf, am besten mit einer Wallbox. Das ist eine spezielle Steckdose an der Wand für das schnelle und komfortable Laden von E-Autos. Sie lädt den Akku bis zu zehn Mal schneller wieder auf als eine Haushaltssteckdose. Ein Beispiel: Die Ladezeit eines Renault Zoe reduziert sich von zehn Stunden an der normalen Steckdose (2,3 kW) auf bis zu 1,5 Stunden an einer 22-kW-Ladestation.

#Wallboxen im ADAC-Test
1.

Heidelberg Wallbox Home Eco

Preis*: 487 Euro

Note: 1,0

2.

Webasto Pure

Preis*: 630 Euro

Note: 1,2

3.

ESL Wlli Light Pro

Preis*: 645 Euro

Note: 1,4

4.

Mennekes Amtron Start C2

Preis**: 857 Euro

Note: 1,6

5.

Wallbox Chargers Pulsar

Preis**: 836 Euro

Note: 1,9

6.

Perdok ecoLoad

Preis*: 549 Euro

Note: 2,8

*Stand 16.06.2020
**Preis aus ADAC-Test

Für Elektroauto-Fahrer oder alle, die ein E-Auto anschaffen wollen, ist fürs Laden zu Hause eine Wallbox dringend anzuraten. Mit speziellen Kabeln ist es zwar möglich, an einer normalen Steckdose zu laden, doch die Leitungen sind für so große Strommengen über einen längeren Zeitraum nicht ausgelegt. Der Dauerbetrieb kann zur Überhitzung führen – dann besteht Brandgefahr! Diese Möglichkeit ist also nur eine Notladefunktion, zum Beispiel auf Reisen, wenn gerade keine spezielle Wallbox verfügbar ist.

11 kW oder 22 kW – welche Wallbox ist besser?

Je nach Fahrzeug und der Ladeleistung der Wallbox kann die Dauer eines Ladevorgangs sehr unterschiedlich sein. Dabei ist die Ladeleistung des Wandanschlusses wichtig, nach der Faustregel: Je höher die Leistung, desto schneller funktioniert das Laden. Der ADAC gibt im Ecotest dazu folgendes Beispiel: Wer einen 30-kWh-Akku an einer 3,7-kW-Wallbox (230 V, einphasig, 16 A) lädt, muss etwa zehn Stunden warten, bis der Akku vollgeladen ist. Bei einer 11-kW-Wallbox (400 V, dreiphasig, 16 A) schrumpft die Zeit auf drei Stunden, an einer 22-kW-Wallbox (400 V, dreiphasig, 32 A) dauert es nur noch 90 Minuten. Kein Wunder, dass die 22-kW-Wallbox stark im Kommen ist. Allerdings muss das Auto auch dafür ausgelegt sein, damit sich die Anschaffung lohnt. Wenn die maximale Ladeleistung des Autos zu niedrig ist, nützt auch die leistungsfähigste Wallbox nichts.
Viele Hersteller verlangen für das Schnellladen mit 11 kW oder 22 kW einen Aufpreis. Bei einigen Fahrzeugen (etwa Plug-in-Hybride) ist das Schnellladen gar nicht möglich. Außerdem sollten bei der Auswahl der Wallbox die Kosten einbezogen werden: Bei den Anschaffungs- und Installationskosten gibt es zwar nur geringe Unterschiede, doch für das Anschließen einer 22-kW-Wallbox muss der Netzbetreiber in einigen Fällen technische Änderungen vornehmen. An den Baukosten kann man beteiligt werden – das kann schnell mehrere Tausend Euro ausmachen. Der ADAC empfiehlt, bei der Installation einer Wallbox auf ein 11-kW-Modell zurückzugreifen. Denn dieses Modell erlaubt es, sowohl einphasig mit 3,7 kW, zweiphasig mit 7,4 kW als auch dreiphasig mit 11 kW zu laden. Außerdem wird es öffentlich gefördert (siehe Absatz zur Förderung weiter unten). Wichtig: Für jede Wallbox ist ein Leitungsschutzschalter und ein Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) nötig. Bei hochpreisigen Modellen sind die Schalter oft schon integriert, bei günstigeren muss man sie hinzukaufen.

Wallbox-Ladeleistung – welchen Stromanschluss braucht man?

Welcher Stromanschluss benötigt wird, hängt nicht zuletzt von der gewünschten Ladeleistung der Wallbox ab. Wer sich eine hohe Ladeleistung von 11 oder 22 kW wünscht, der benötigt in der Regel einen dreiphasigen Drehstromanschluss mit 400 Volt Spannung. Je nachdem, ob eine 11- oder 22-kW-Wallbox angeschlossen wird, wird eine Stromstärke von 16 bzw. 32 Ampere benötigt. Jede Wallbox muss zuvor beim Netzbetreiber angemeldet werden. Bei einer 22-kW-Wallbox ist zusätzlich immer eine Genehmigung des Netzbetreibers erforderlich. Wallboxen mit geringerer Leistung (3,7 und 7,4 kW) können mit einphasigem Strom und 230 Volt Spannung betrieben werden. Allerdings muss auch hier die Stromstärke von 16 bzw. 32 Ampere berücksichtigt werden. Infos zum richtigen Stromtarif fürs E-Auto finden Sie hier.

Wallbox installieren: Wie wird die Wallbox angeschlossen?

11- oder 22-kW-Ladestationen für E-Autos benötigen Starkstrom (umgangssprachlich für Dreiphasenwechselstrom/Drehstrom). Die entsprechenden Kabel mit 400 Volt Spannung sollten nur von qualifizierten Fachbetrieben verlegt werden. Von Eigenbauten ist dringend abzuraten. Sie sind lebensgefährlich, und im Schadenfall droht Ärger mit der Versicherung. Die Montage einer Wallbox sollte also nur ein zertifizierter Elektriker übernehmen. Die E-Profis sind am Logo der Elektroinnungen zu erkennen. Auch “kleinere” Wallboxen mit 3,7 oder 7,4 kW sollten nur von Profi-Elektrikern angeschlossen werden. Denn sie prüfen vorab, ob die Leitungen für den Betrieb einer Wallbox ausgelegt sind. Zudem ist eine Sicherung der Leitung nötig sowie die Installation eines Fehlerstromschutzschalters (FI-Schalter). Wichtig: Die Wallbox vor der Montage beim Netzbetreiber anmelden. Hardware-Anbieter und Energieversorger helfen, die individuell passende Lösung zu finden. 22-kW-Wallboxen benötigen vorab eine Genehmigung des Netzbetreibers.

Wallbox-Kosten: Was kostet die Installation?

Elektromobilität

Je nach Aufwand kann die Installation einer Wallbox bis zu 2000 Euro kosten.

©Mennekes

Basismodelle beginnen bei ca. 500 Euro. Je nach Variante können es auch mehrere Tausend Euro sein. Hinzu kommen die Kosten für die Montage, das sind je nach Anbieter und Voraussetzungen noch mal zwischen 100 und 2000 Euro. Je nach Entfernung zum Sicherungskasten entstehen unterschiedlich hohe Mehrkosten – zum einen abhängig von der benötigten Anzahl von Wand- und Deckendurchbrüchen, zum anderen von der Wahl des passenden Kabels (Länge und Durchmesser). In der Regel vermitteln Anbieter auch einen Installations- und Wartungsservice. Die Kosten müssen Elektroauto-Besitzer aber nicht unbedingt allein tragen.

Wallbox-Förderung: Welche Zuschüsse gibt es?

Der Kauf von Elektroautos wird mit dem Umweltbonus von Bund und Autoherstellern schon seit 2016 unterstützt. Seit dem 24. November 2020 gibt es auch einen staatlichen Zuschuss zur privaten Ladestation. Pro Ladepunkt sind für Anschaffung, Einbau und Anschluss 900 Euro zu holen. Nach einer abermaligen Aufstockung um 100 Millionen Euro ist der Fördertopf mit 400 Millionen Euro für insgesamt 444.444 Ladepunkte gefüllt. Der Antrag zur Förderung wird direkt bei der staatlichen KfW-Bank gestellt. Voraussetzung ist allerdings der Betrieb der Wallbox mit 100 Prozent Ökostrom sowie eine maximale Ladeleistung von 11 kW. Dazu gibt es vielerorts andere Zuschüsse für die Wallbox. Jedoch sind die Prämien häufig an die Stromabnahme von bestimmten Energieversorgern gekoppelt und zudem in der Regel regional begrenzt. Bevor man sich von einem Bonus locken lässt, lieber genau nachrechnen, ob dazu nicht der Wechsel in einen deutlich teureren Stromtarif erforderlich ist. Tipp: Auch Freiberufler und Unternehmer können von Förderprogrammen profitieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) etwa gewährt günstige Kredite für entsprechende Investitionen.

Wallbox-Förderungen

Wallbox-Förderprogramme der Länder

Bayern: 200 Euro, Voraussetzung: Installation einer Photovoltaik-Anlage. Mehr Infos: 10.000-Häuser-Programm Bayern
Schleswig-Holstein: 400 Euro für die Wallbox + 400 Euro für den Anschluss (max. 50 Prozent), 600 Euro in Kombination mit PV-Anlage. Mehr Infos: IHK Schleswig-Holstein
Nordrhein-Westfalen: 60 Prozent der Kosten für die Installation, maximal 2000 Euro, Voraussetzung: Strom aus erneuerbaren Energien oder Ökostrom. Mehr Infos: E-Mobilität NRW

Regionale/lokale Förderprogramme

Aachen: 500 Euro, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos und Installation über Stawag Aachen. Mehr Infos: Stawag Aachen
Dachau: 125 Euro, Voraussetzung: Strombezug über Stadtwerke. Mehr Infos: Stadtwerke Dachau
Darmstadt: 200 Euro, Voraussetzung: Kauf einer Entega-Ladebox und Ökostrom-Tarif. Mehr Infos: Entega
Diepholz: 1000 Euro, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos und Ökostrom-Tarif. Mehr Infos: Stadtwerke Huntetal
Düsseldorf: 20 Prozent der Kosten bis max. 500 Euro, Voraussetzung: Laden mit Ökostrom oder vorhandene Solaranlage. Mehr Infos: Umweltamt Düsseldorf
Frankfurt/Main: 100 Euro, Voraussetzung: Kauf einer Mainova-Wallbox. Mehr Infos: Mainova
Frankfurt/Oder: Bis zu 500 Euro bzw. 300 Euro für Hybrid, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos oder Plug-in-Hybriden, Laden mit Ökostrom. Mehr Infos: Stadtwerke Frankfurt a. d. Oder
Hannover: 500 Euro, Voraussetzung: Kauf einer Enercity-Wallbox, Laden mit Ökostrom. Mehr Infos: Enercity
Hildesheim: 500 Euro, Voraussetzung: Installation und Ökostrom-Tarif durch EVI. Mehr Infos: EVI
Jena: 300 Euro, Voraussetzung: Kauf oder Pacht einer Wallbox der Stadtwerke. Mehr Infos: Stadtwerke Jena
Karlsruhe: 100 Euro, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos und Anbringen von SWK-Stickern am E-Auto. Mehr Infos: Stadtwerke Karlsruhe
Limburg: 300 Euro. Mehr Infos: Stadt Limburg
Lindau: 200 Euro Gutschrift auf die Stromrechnung. Voraussetzung: Kauf eines E-Autos. Mehr Infos: Stadtwerke Lindau
Mainz: 400 Euro, Voraussetzung: Laden mit Ökostrom. Mehr Infos: Mainzer Stadtwerke
Marburg (Stadt): 750 Euro, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos. Mehr Infos: Stadtwerke Marburg
Marburg (Kreis): 400 Euro, bei eigenem Ökostrom 500 Euro. Mehr Infos: Landkreis
Merseburg: 500 Euro. Mehr Infos: Stadtwerke Merseburg
München: Bis zu 6000 Euro. Voraussetzung: Planung und Einbau von Ladeinfrastruktur. Mehr Infos: Stadt München 
Neuwied: 500 Euro, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos. Mehr Infos: Stadtwerke Neuwied
Nürnberg: 250 Euro, Voraussetzung: Bezug der Wallbox über N-ERGIE. Mehr Infos: N-ERGIE
Rastatt: 100 Euro, Voraussetzung: Strombezug über Stadtwerke Rastatt. Mehr Infos: Stadtwerke Rastatt
Schwedt: 200 Euro, 300 Euro bei Kombination mit Solaranlage. Mehr Infos: Stadtwerke Schwedt
Sigmaringen: 150 Euro, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos. Mehr Infos: Stadtwerke Sigmaringen
Solingen: 100 Euro. Mehr Infos: Stadtwerke Solingen
St. Wendel: 300 Euro Nachlass auf Stromrechnung, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos. Mehr Infos: Stadtwerke St. Wendel
Unterschleißheim: 40 Prozent der Gesamtkosten, max. 500 Euro, Voraussetzung: Kauf/Leasing (mind. 36 Monate) eines E-Autos. Mehr Infos: Stadt Unterschleißheim
Versmold: 300 Euro, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos. Mehr Infos: Stadtwerke Versmold
Wiesbaden: 500 Euro, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos, Strom über ESWE. Mehr Infos: ESWE
Wuppertal: 150 Euro, Voraussetzung: Fünfjahres-Vertrag mit der WSW Energie & Wasser AG. Mehr Infos: WSW online
Zweibrücken: 500 Euro, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos. Mehr Infos: Stadtwerke Zweibrücken

*kein Anspruch auf Vollständigkeit, Stand: 24. September 2020

Wallboxen im ADAC-Test

Das muss man zur Wallbox wissen

Im August 2019 und im November 2018 hat der ADAC verschiedene Wallboxen getestet.

©Ralpf Wagner / ADAC

Der ADAC hat 2019 Wallboxen getestet: sechs Geräte mit jeweils 11 kW Ladeleistung. Bewertet wurden die Sicherheit der Boxen, ihre Zuverlässigkeit beim Ladevorgang und die Bedienung. Insgesamt konnten alle Produkte überzeugen. Testsieger wurde die “Heidelberg Wallbox Home Eco” (Note 1,0). Ebenfalls sehr gute Ergebnisse erlangten die “Webasto Pure” (Note 1,2) und die “ESL Walli Light pro” (Note 1,4). Die “Mennekes Amtron Start C2” (Note 1,6) und die “Wallbox Chargers Pulsar” (Note 1,9) schnitten jeweils mit einem “gut” ab. Nur die “Perdok Ecoload” (Note 2,8) bekam ein befriedigendes Ergebnis. Die Tester begründen das mit unzureichenden Sicherheitshinweisen, die schlimmstenfalls zu Fehlern bei der Installation führen können.

Der ADAC-Test aus dem Jahr 2018 (zwölf Wallboxen) ergab bei Produkten mit Ladeleistungen von 3,7 und 22 kW gravierende Unterschiede zwischen den Anbietern, die Hälfte der Geräte wurde als nicht empfehlenswert eingestuft. Die Testkandidaten wurden nach ihrer Ladeleistung in drei Gruppen eingeteilt: Wallboxen mit 3,7 bis 4,6 kW, mit 11 kW und mit 22 kW. Am besten schnitt in der Leistungsklasse 3,7 bis 4,6 kW das Modell “Keba KeContact P30” (Note 1,3) ab. Dicht dahinter rangierte die “Wallbe Eco 2.0” (Note 1,7). Die Testkandidaten “EV Onestop WallPod” und “Vestel EVC02-AC3” (beide Note 4,5) bekamen jeweils große Abzüge im Bereich Sicherheit und wurden deswegen als nicht empfehlenswert eingestuft.

In die Gruppe der 11-kW-Wallboxen fiel unter anderem der Testsieger “ABL eMH1” (Note 1,0). Auch die Modelle “Innogy eBox” (Note 1,6) und “Schneider Electric EVlink” (Note 1,8) sind laut ADAC empfehlenswert. Für die beiden anderen 11-kW-Geräte sprach der Automobilklub jedoch eine Warnung aus. Die Modelle “Annies-Carparts Simple EVSE” und “Franz Röcker Simply EVSE Bausatz” (beide Note 5,5) schalteten bei einer Fehlermeldung des Autos nicht ab. Von den insgesamt drei 22-kW-Wallboxen im Test schnitt nur die “Mennekes Amtron Xtra 22 C2” sehr gut (Note 1,4) ab. Die Modelle “Wall Box Chargers Commander” (Note 4,5) und “Alfen Icu Eve Mini” (Note 5,0) wurden als nicht empfehlenswert eingestuft. Die detaillierten Testergebnisse zeigt AUTO BILD in der Galerie.

Hinweis: Nicht alle dieser vom ADAC getesteten Wallboxen erfüllen die Voraussetzung für eine Förderung durch die KfW-Bank.

Welche Steckersysteme gibt es bei Wallboxen?

Das muss man zur Wallbox wissen

Bei den meisten Elektroautos wird der Typ-2-Stecker eingesetzt. Er ermöglicht auch das Schnellladen.

©AUTOBILD

Bei modernen Elektroautos ist hierzulande der Typ-2-Stecker üblich. Er eignet sich für Ladeleistungen bis 43 kW – die übliche Leistung an öffentlichen Schnellladesäulen. Ältere Modelle sowie viele Autos von asiatischen oder US-Herstellern sind hingegen mit dem Typ-1-Stecker ausgestattet. Der Typ-1-Stecker ist nicht auf Schnellladen ausgelegt und erlaubt Ladeleistungen von maximal 7,4 kW. Einige japanische Modelle haben wiederum andere Steckertypen (z. B. Chademo-Stecker). Wer hier flexibel bleiben will, wählt deswegen am besten eine Wallbox, die kein fest installiertes Kabel hat, sondern ebenfalls eine Steckerbuchse. So kann gegebenenfalls auch ein Adapterkabel eingesetzt werden, das mit einem Typ-2-Stecker in die Wallbox eingesteckt und mit einem Typ-1-Stecker (oder einem anderen) mit dem Auto verbunden wird. Wichtig: Bei der Planung sollte auf ausreichende Länge der Kabel geachtet werden.

Welche Anbieter gibt es?

Es gibt viele Anbieter von Wallboxen: Die Autohersteller selbst haben die Heimladestationen im Angebot, Stromanbieter verkaufen sie, und selbst in gängigen E-Fachmärkten und -Versandhäusern (z. B. Conrad) gibt es sie mittlerweile zu kaufen. Wichtig: Die Wallbox muss kompatibel mit einer der zwei verbreiteten Steckervarianten Typ 1 und Typ 2 sein. Weitere Informationen dazu gibt es direkt vom jeweiligen Autohersteller oder beim Stromanbieter. (Eine Liste aller Hersteller und Anbieter von Wallboxen finden Sie hier.)

Wie wird die Wallbox bedient?

Je nach Modell sind Wallboxen per Smartphone oder Tablet drahtlos steuerbar. Mit den Apps können Sie den Ladevorgang jederzeit starten und stoppen. Zudem bieten die kleinen Handy-Programme einen Überblick über Betriebszustand, Energieverbrauch und die anfallenden Stromkosten der Wallbox. An den meisten Modellen gibt es außerdem ein kleines Display, auf dem sich die Informationen ablesen und Einstellungen vornehmen lassen.

Wallbox-Sharing: Eigenen Anschluss vermieten?

Die Idee des sogenannten Wallbox-Sharings ist noch recht jung. Der Gedanke dahinter: Wer eine Wallbox zu Hause hat, kann sie in der Zeit, in der er sie selbst nicht nutzt, anderen Elektroauto-Fahrern anbieten. Das Ganze funktioniert über eine App, in der die private Ladesäule einfach über einen bestimmten Zeitraum gemietet werden kann. Den Preis für das Laden bestimmt jeder Vermieter selbst. Das Prinzip klingt simpel, ist aber noch nicht serienreif. Verschiedene Start-ups arbeiten gerade an der Entwicklung. Eines davon ist das Projekt “Peer2Peer Charging”, das im Rahmen des Daimler-Programms “Startup Autobahn” noch bis Ende 2018 eine App zum Wallbox-Sharing auf den Markt bringen will. Auch die RWE-Tochter Innogy oder das Schweizer Start-up Enio arbeiten an ähnlichen Projekten.

Was müssen Mieter und Wohneigentümer beachten?

Das im Dezember 2020 in Kraft getretene Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) zum Ausbau der Elektromobilität sichert Eigentümern wie Mietern das Recht, am Stellplatz in der Garage oder auf dem Grundstück eine Ladesäule zu installieren. Und es erleichtert generell bauliche Veränderungen. Wohnungseigentümer können künftig grundsätzlich verlangen, dass sogenannte privilegierte Maßnahmen – z. B. der Einbau einer Lademöglichkeit für E-Autos – von den Miteigentümern zu gestatten sind. Eine Zustimmung aller ist nicht mehr nötig, die Kosten trägt der jeweilige Eigentümer. Wichtig ist, dass der Antrag fristgerecht (meist vier Wochen) vor der nächsten Eigentümerversammlung eingeht. Und auch Mieter haben künftig einen Anspruch darauf, dass Vermieter den Einbau einer Elektro-Ladestation auf Kosten des Mieters gestatten. In einem Mietshaus sind sie an keine Fristen gebunden, in einer vermieteten Eigentumswohnung muss deren Besitzer wiederum oben genannte Frist beachten. Hier finden Sie eine detaillierte Übersicht, was Mieter und Eigentümer über Wallboxen wissen sollten.

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