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Windows-Fehler gezielt finden und beheben







Wenn Windows irgendwo zickt, kann das vielfältige Ursachen haben: defekte Hardware, ein fehlerhaftes Programm, falsche Systemeinstellungen und vieles mehr. Unser Ratgeber helfen bei der systematischen Fehlersuche und -beseitigung.

Nicht immer zeigt Windows tatsächlich eine Fehlermeldung, manchmal reagiert der PC schlicht nicht oder nicht so, wie er soll. Die Gründe dafür sind vielfältig, und damit das Aufspüren der Ursachen nicht zur sprichwörtlichen Suche der Nadel im Heuhaufen wird, empfiehlt sich systematisches Vorgehen: beginnend bei einfachen Checks bis hin zu komplexen Eingriffen ins System. Daneben stellt unser Ratgeber eine Reihe spezieller Reparaturtools vor. Denn weshalb sollte man sich selbst auf die Fehlersuche und -beseitigung machen, wenn das Gleiche automatisch möglich ist. Darüber hinaus helfen die richtigen Einstellungen und Tools, mögliche Fehler in Zukunft von vornherein auszuschließen: zum Beispiel, indem Sie in Windows den letzten „Problem- Schritt“ rückgängig machen.

Manche Probleme lassen sich ganz einfach beseitigen

Jenseits von Meldungen mit spezifischen Fehlercodes, auf die wir später zurückkommen, gibt Windows oftmals keine oder nur wenig aussagekräftige Hinweise, wenn etwas nicht funktioniert. Ein echter Neustart („Neustarten“) hilft zwar keineswegs immer, fährt Windows allerdings anders als beim „Herunterfahren“ oder beim „Ruhezustand“ wirklich komplett herunter und initialisiert es neu. Oft funktioniert danach alles wieder wie gewünscht.

Lose Kabelverbindungen bei externen wie internen Anschlüssen (beispielsweise nach dem Transport), leere Batterien in Geräten mit Funkanbindung, versehentlich betätigte Ausschalter oder ein überhitzter Prozessor, der den PC abstürzen lässt, sind nur einige Beispiele aus der Praxis. Und zugleich Beispiele dafür, dass vermeintliche „Windows-Fehler“ keineswegs immer durch eine falsche Konfiguration oder Programme verursacht werden.

Abgesicherter Modus, Wiederherstellung und Geräte-Manager

Eine Fake-Fehlermeldung ist über den Text-Editor zwar schnell erstellt, dürfte die anderen PC-Nutzer zu Hause aber gehörig erschrecken – deshalb bitte nicht nachmachen!

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Eine Fake-Fehlermeldung ist über den Text-Editor zwar schnell erstellt, dürfte die anderen PC-Nutzer zu Hause aber gehörig erschrecken – deshalb bitte nicht nachmachen!

Probleme beim Hochfahren sind unter Windows 10 selten geworden. Wenn es das Betriebssystem jedoch nicht bis zum Desktop schafft, hilft wie früher der abgesicherte Modus. Dabei lädt Windows wirklich nur das, was für den Betrieb unabdingbar ist, und schließt so zahlreiche Fehlerquellen aus. Läuft das System im abgesicherten Modus, können Sie störende Treiber deinstallieren oder andere Probleme gezielt beseitigen.

Hängt der Bootprozess irgendwo fest, sodass sich der abgesicherte Modus nicht aus dem laufenden Betrieb aufrufen lässt, müssen Sie ihn erzwingen. Dazu schalten Sie den PC mehrfach durch längeres Drücken des Ein-/Ausschalters aus und wieder ein, bis das Menü von Windows RE (Recovery Environment) erscheint. Fahren Sie mit „Problembehandlung –› Erweiterte Optionen –› Starteinstellungen –› Neu starten“ fort. Nach dem Reboot erscheinen verschiedene Starteinstellungen inklusive abgesichertem Modus.

Darüber hinaus erlaubt Windows RE, über die Wiederherstellungsfunktion eine vorherige, funktionierende Konfiguration zu rekonstruieren. Voraussetzung ist, dass Sie die Option zuvor aktiviert und Wiederherstellungspunkte erstellt haben. Dazu tippen Sie unten in der Such- und Ausführenzeile von Windows Systemwiederherstellung ein und klicken auf den Treffer „Systemwiederherstellungspunkt erstellen“. Markieren Sie nun die Systempartition („c:“) und klicken Sie auf „Konfigurieren –› Computerschutz aktivieren“. Legen Sie als Nächstes abhängig von der Festplattengröße die „maximale Belegung“ fest und schließen Sie mit „Übernehmen –› Ok“ ab.

Die Systemwiederherstellung von Windows kann das System auf eine frühere Konfiguration zurücksetzen und auf diese Weise zwischenzeitliche Fehler ohne viel Aufwand beseitigen.

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Die Systemwiederherstellung von Windows kann das System auf eine frühere Konfiguration zurücksetzen und auf diese Weise zwischenzeitliche Fehler ohne viel Aufwand beseitigen.

Windows legt Wiederherstellungspunkte nun teils automatisch an, alternativ können Sie das jederzeit manuell erledigen. Tritt dann ein Fehler auf, wählen Sie in der Liste den jüngsten Eintrag und spielen die darin gespeicherte Konfiguration zurück: Im Idealfall läuft alles wieder problemlos. Aufwändiger, aber auch zuverlässiger ist es, die gesamte Systempartition als Image zu speichern (siehe auch Kasten).

Hilfreich ist, sich zu erinnern, was man vor dem Auftreten eines akuten Problems zuletzt geändert hat: also etwa eine Software installiert, eine Hardware (mit Treiber) eingebaut oder sonst etwas. Dann können Sie die letzte Aktion gezielt rückgängig machen. Sollte eine Hardwarekomponente nicht funktionieren, werfen Sie einen Blick in den Geräte-Manager. Das hilft, wenn beispielsweise

ein Treiber fehlt oder ein Gerät nicht korrekt identifiziert wird
.

Windows bietet viele verschiedene Startmodi, darunter den abgesicherten Modus. Wenn der PC nicht mehr richtig bootet, kann man diese Auswahloption mit einem Trick erzwingen.

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Windows bietet viele verschiedene Startmodi, darunter den abgesicherten Modus. Wenn der PC nicht mehr richtig bootet, kann man diese Auswahloption mit einem Trick erzwingen.

Im Betriebssystem steckt mit der „Problembehandlung“ eine Funktion, die Probleme weitgehend automatisch erkennen und beheben soll. In der Einstellungen-App stellen Sie unter „Update und Sicherheit –› Problembehandlung“ ein, ob mögliche Reparaturen vollautomatisch, erst auf Ihre Aufforderung oder gar nicht ausgeführt werden sollen. Wenn Ihr System zuletzt Probleme erkannt hat, sehen Sie diese darunter. 

Außerdem lässt sich über „Zusätzliche Problembehandlungen“ der Reparaturdienst für verschiedene Soft- und Hardwareprobleme manuell starten, vom Netzwerkadapter bis zur Indizierung der Windows-Suche. Folgen Sie dabei einfach dem Assistenten. Mit System File Checker (SFC) und Deployment Image Servicing and Management (DISM) bietet Windows zwei Tools, die wichtige Systemdateien überprüfen und gegebenenfalls selbstständig reparieren. Hierzu starten Sie jeweils mit Administratorrechten die Eingabeaufforderung („cmd“), tippen 

beziehungsweise 

dism / Online /Cleanup-Image /ScanHealth 

(Prüfung des Installationszustandes), 

dism /Online /Cleanup-Image /CheckHealth 

(Prüfung auf etwaige Reparaturmöglichkeiten) wie auch 

dism /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth

ein.

Das Windows Error Lookup Tool übersetzt Fehlercodes in vernünftige Hinweise, mit denen sich gegebenenfalls bei Google nach Lösungen suchen lässt.

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Das Windows Error Lookup Tool übersetzt Fehlercodes in vernünftige Hinweise, mit denen sich gegebenenfalls bei Google nach Lösungen suchen lässt.

Als quasi letzten Versuch setzen Sie das System zurück, ohne dass dabei die eigenen Dateien und installierten Programme verloren gehen. Dazu klicken Sie in den Windows-Einstellungen auf „Update und Sicherheit –› Wiederherstellung –› Los geht’s –› Eigene Dateien beibehalten –› Cloud-Download –› Windows herunterladen und neu installieren –› Weiter –› Zurücksetzen“.

Einen Reparaturversuch wert ist auch All-in-One System

Rescue Toolkit Lite
. Die Handhabung der Software ist ganz einfach: Starten Sie diese direkt ohne Installation, bestätigen Sie zweimal mit „Ja“ und warten Sie die automatische Reparatur ab – das kann bis zu zwei Stunden dauern.

Die Assistenten zur Problembehandlung in Windows können Fehler, die von verschiedenen Komponenten und Einstellungen verursacht werden, automatisch reparieren.

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Die Assistenten zur Problembehandlung in Windows können Fehler, die von verschiedenen Komponenten und Einstellungen verursacht werden, automatisch reparieren.

Dass der Rechner mit einem klassischen Bluescreen aus dem Nichts abstürzt, ist inzwischen extrem selten, in Windows 11 will Microsoft den Bluescreen sogar ganz verbannen. Weit häufiger sind Fehler mit kryptischen Codes, bei der Analyse unterstützen Sie das

Windows Error Lookup Tool
und

Bluescreenview
.

Plötzliche Abstürze werden zumeist nicht durch falsch konfigurierte Einstellungen und Software verursacht, sondern durch defekte oder überlastete Hardware. Diese überprüfen Sie mit verschiedenen Programmen:

Sysgauge
überwacht und analysiert diverse Bauteile,

Core Temp
misst die CPU-Temperatur,

Crystal Disk Info
untersucht die Festplatte auf Fehler,

Memtest86
den Hauptspeicher und das

Intel Processor Diagnostic Tool
CPUs von Intel. Für die Fehleranalyse nützlich ist schließlich auch die Windows-Ereignisanzeige. Diese hält beinahe jede Aktion im System fest, sodass sich anhand des Protokolls genau nachvollziehen lässt, was wann und weshalb passiert ist.

Siehe auch:

Troubleshooting für typische Netzwerk-Probleme

Android-Apps stürzen ab? So lösen Sie das Problem

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